Pakt des Terrors ================ Vor 25 Jahren erschütterte eine Anschlagsserie der Roten Armee Fraktion die Republik. Nun redet ein ehemaliges RAF-Mitglied darüber, wie palästinensische Extremisten bei den Gewalttaten halfen. Fazit: Ohne deren Unterstützung wäre der "Deutsche Herbst" unmöglich gewesen. Tomaten, frisches Fladenbrot, Cheddar-Käse und Salami. Der erste Imbiss nach einem langen Flug. Ein Haus mit Dachterasse. Für die beiden Reisenden, die kurz zuvor von irakischen Geheimdienstlern an allen Kontrollen vorbei in die Stadt geschleust worden sind, war Bagdad im Herbst 1977 ein Ort des Friedens. Ein Versteck. Zwei Wochen erst waren seit dem 5. September vergangen - jenem Tag, an dem Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer entführt, dabei vier Menschen erschossen und der Bundesrepublik Deutschland den Krieg erklärt hatten. DER SPIEGEL Der "Deutsche Herbst" - Chronik der Schleyer- ... 14 Tage, in denen sich die RAF-Mitglieder Brigitte Mohnhaupt und Peter- Jürgen Boock meist in abgedunkelten Wohnungen versteckt hielten, erst in Erftstadt bei Köln, dann in Den Haag. Die Waffen immer griffbereit - ihre Geisel Schleyer stets in Schussweite. 14 Tage, in denen ihre zynische Hoffnung, Bundeskanzler Helmut Schmidt würde den "fetten magnaten der nationalen wirtschaftscreme", so eine RAF-Erklärung, schnell gegen elf inhaftierte Mitglieder der Terrorgruppe austauschen, in Ratlosigkeit umgeschlagen war. Denn der Kanzler spielte auf Zeit. Nicht alle in der RAF waren dieser Situation nervlich gewachsen. Drei Genossen hatten die Kader schon bei den "Ps parken" müssen, nun kamen Boock und Mohnhaupt zum Verhandeln. "Ps" stand im RAF-Jargon für Palästinenser und meinte die PFLP-SC ("Volksfront für die Befreiung Palästinas-Spezialkommando") unter Führung des einstigen Kinderarztes Wadi Haddad alias "Abu Hani", der in Bagdad sein Hauptquartier hatte. Haddad war der RAF schon seit Jahren mit Waffen und militärischen Trainingsmöglichkeiten behilflich. Von ihm erhofften sich die Schleyer-Entführer nun mehr als ein sicheres Haus: "Wir wollten Rat, weil wir in der festgefahrenen Situation nicht mehr weiter wussten. Aber im Grunde warteten wir auf ein Wunder", sagt Boock heute. Nur einen Tag nach ihrer Ankunft saßen Mohnhaupt und er schon Haddad gegenüber. Der kam ohne Umschweife zur Sache: "Ich hoffe, dass ihr uns die Gelegenheit geben werdet, unsere praktische Solidarität unter Beweis zu stellen." Dann präsentierte er, "wie ein Zauberer, der die Kaninchen aus dem Hut zieht" (Boock), zwei Ideen, wie sein "PFLP-Spezialkommando" der RAF helfen und Druck auf die Bonner Regierung ausüben könne: Seine Leute könnten die deutsche Botschaft in Kuweit besetzen oder eine Lufthansa-Maschine entführen. Haddads Angebot läutete das Finale des "Deutschen Herbstes" ein: An seinem Ende, vor 25 Jahren, waren weitere acht Menschen tot, zwei schwer verletzt, und die letzten Reste der Fassade, die die RAF als politische Gruppierung erscheinen ließ, waren zerstört. In ihrem Totentanz entpuppte sich die selbst ernannte "Stadtguerrilla" als Sekte, deren Revolutionshalluzinationen auf ein einziges Ziel zusammengeschnurrt waren: die Befreiung ihrer Götter, allen voran Andreas Baader und Gudrun Ensslin, denen der Staat in Stuttgart-Stammheim eine Kathedrale errichtet hatte. "Ohne die Palästinenser wäre die RAF nicht oder nur eingeschränkt aktionsfähig gewesen." Der Terror-Pakt von RAF und Palästinensern galt lange Zeit als Randaspekt der Geschichte des deutschen Linksterrorismus. Inzwischen aber werden die Konturen eines deutsch-palästinensischen Netzes sichtbar, das lange vor dem Herbst 1977 geknüpft wurde, weit über ihn hinausreichte und bundesdeutschen Terrorfahndern bis heute nicht in allen Verästelungen bekannt ist. Schleyer-Entführer Boock, der dem SPIEGEL gegenüber jetzt erstmals die dramatischen Ereignisse aus Sicht der Terroristen geschildert hat, ist sicher: "Ohne die Unterstützung der Palästinenser wäre die RAF von Mitte der siebziger bis Anfang der achtziger Jahre nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt aktionsfähig gewesen." Haddad half, wo er konnte: Maschinenpistolen für die Schleyer-Entführung, eine Panzerfaust für das Attentat auf den US-General Frederick Kroesen 1981, Sprengstoff für den Anschlag auf Nato-Oberbefehlshaber Alexander Haig 1979. Auch ein Kurierdienst, der die Waffenlieferungen in die römische Botschaft der Volksrepublik Jemen schaffte, wo sie von Kommandomitgliedern der RAF abgeholt wurden, gehörte zum Programm. Ein Rundum-Service, der freilich seinen Preis hatte: Haddad verlangte und bekam Gegenleistungen - Söldnerdienste bei Operationen des PFLP-SC, die Beteiligte und Mitwisser bis heute leugnen oder schamvoll verschweigen. Denn selbst nach RAF-Maßstäben konnte bei den Aktionen von Revolution nicht die Rede sein. Es ging um Erpressung, Lösegeld und Handlangerdienste bei der Vorbereitung von Anschlägen gegen Passagierflugzeuge. Die Anfänge der unheilvollen Allianz zwischen RAF und Palästinensern reichen zurück in die Zeit der Studentenrevolte Ende der sechziger Jahre. Die Chefdenker der "Außerparlamentarischen Opposition" hatten kaum Probleme, ihr "nie wieder Auschwitz" mit der Unterstützung arabischer Extremisten, die Israel den Garaus machen wollten, unter einen Hut zu bringen. Der Kampf der Palästinenser war für sie Teil des antiimperialistischen Befreiungskampfes in der Dritten Welt. Zionismus galt als Spielart des Faschismus und Israel als zionistisches Gebilde. Ein bisschen Wortakrobatik, ein wenig Geschichtsklitterung, und der Spagat war geschafft - nicht nur theoretisch. Im Juli 1969 flogen rund 20 Mitglieder des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) von Frankfurt in den Nahen Osten - auf Einladung von Jassir Arafats Fatah und der marxistisch orientierten "Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas" (DFLP). Das Ziel der SDS-Leute: Ausbildungslager für palästinensische Guerrillakämpfer im Norden Jordaniens. Dort stand Wehrsport auf dem Programm. Terrorhilfe aus Nahost Nur wenige Monate später, im Dezember 1969, nahm eine SDS-Delegation am internationalen PLO-Solidaritätskongress in Algier teil. In der offiziellen Abschlussverlautbarung des Treffens unterstützten die Teilnehmer, unter ihnen ein junger Radikaler namens Joschka Fischer, "den bewaffneten Kampf des palästinensischen Volkes zur Befreiung des Heimatlandes", und zwar bis zum "Endsieg". Aufnahmen des algerischen Fernsehens zeigen Joschka und Co. lang anhaltend Beifall klatschen. "Wir haben, wohlwissend, welche Bedeutung die Konferenz für die Fatah hatte, teilgenommen", sagt der ehemalige SDS-Mann Wolfgang Schwiedrzik, "es ging um die Befreiung Palästinas im bewaffneten Kampf. Dass eine solche Lösung die Zerstörung des israelischen Staates voraussetzte, darüber machten wir uns damals keine Gedanken. Wir waren radikal und unverantwortlich." Doch von den Gewaltphrasen im Theorienebel der Studentenbewegung bis zur mörderischen Internationale war es ein weiter Weg. Für den Strafverteidiger Horst Mahler - einst radikal links, heute aber ganz rechts und Anwalt der NPD - begann er am 14. Mai 1970. An diesem Tag wurde einer seiner Mandanten, der zu drei Jahren Haft verurteilte Kaufhausbrandstifter Andreas Baader, von zwei Justizwachtmeistern ins Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen in Berlin-Dahlem ausgeführt. Als Grund des Besuchs hatte Mahler gegenüber der Gefängnisleitung Literaturstudien für ein gemeinsames Buchprojekt Baaders mit der damals prominenten Journalistin Ulrike Meinhof angegeben, die im Institut auf ihn wartete. Kurz vor Mittag stürmte die Baader-Vertraute Gudrun Ensslin mit zwei weiteren Frauen und einem Mann den Lesesaal. Sie schossen einen Institutsangestellten nieder und befreiten den Häftling. Baader, Meinhof und die vier Befreier entkamen mit einem Sprung aus dem Fenster. Baaders Anwalt Mahler hatte bereits seit geraumer Zeit begonnen, Militante um sich zu scharen, die das "System" mit Waffengewalt bekämpfen wollten. Den Weg zu einer entsprechenden militärischen Ausbildung hatten die Revolutionstouristen des SDS markiert: "Die Option, zur Fatah zu gehen, hatten wir schon vor der Baader-Befreiung diskutiert. Die dazu nötigen Verbindungen bestanden auch." Kontaktmann zu Arafats Guerrillatruppe war der palästinensische Student Said Dudin, der es dem Links-Anwalt Mahler hoch anrechnete, dass der in Not geratene Landsleute mitunter auch unentgeltlich verteidigte. Dudin ist wie Mahler heute noch aktiv: Als Journalist unterstützt er die irakische Botschaft in Berlin bei der Pressearbeit. Er geriet jetzt in Verdacht, dem FDP-Irrläufer Jürgen Möllemann jenes Geld besorgt zu haben, mit dem der seinen umstrittenen antiisraelischen Wahlkampf-Flyer finanzierte - was Dudin und Möllemann freilich bestreiten (SPIEGEL 43/2002). Am 8. Juni 1970 reisten Anwalt Mahler, Dudin und sechs Genossen vom Ost-Berliner Flughafen Schönefeld via Beirut in ein Fatah-Camp nahe der jordanischen Hauptstadt Amman. 13 Tage später folgte Baader mit seinen Befreierinnen und Anhängern. Weil nach ihnen gefahndet wurde, hatten sie in einem Berliner Versteck warten müssen, bis sie arabische Pässe zugesteckt bekamen. Im Lager erwies sich die viel beschworene Theorie vom gemeinsamen antiimperialistischen Kampf schnell als Wortgeklingel. Die Palästinenser glaubten, die Deutschen wären gekommen, um ihnen zu helfen. "Nicht in erster Linie mit der Waffe", wie Dudin heute betont: "Kämpfer hatten wir selber, und zwar bessere. Die Vorstellung war, dass sie die palästinensische Sache in Bereichen unterstützen sollten, in denen wir Defizite hatten. Ulrike Meinhof propagandistisch, Horst Mahler juristisch - jeder seinen Fähigkeiten entsprechend." Doch die meisten Gäste sahen sich als Avantgarde, sie wollten mit Gewaltaktionen einen revolutionären Flächenbrand auslösen. Lagerkommandant Ahmed, ein Algerier, ließ derlei Getue und allerhand sinnloses Geballere im Trainingscamp zunächst durchgehen. Das lag nicht zuletzt daran, dass sich die Fatah-Führung gegenüber einigen aus der Gruppe zu Dank verpflichtet fühlte. Ulrike Meinhof etwa hatte, nach dem israelischen Sieg im Sechs-Tage-Krieg 1967, in den deutschen Medien offen Partei für die Palästinenser ergriffen. Schon bald freilich kam "Abu Hassan" ins Camp, der für die Ausbildungslager zuständige Mann des PLO-Geheimdienstes. Mit bürgerlichem Namen hieß er Ali Hassan Salameh. Er war der Sohn des legendären Scheichs Hassan Salameh, der zu den Anführern des Araberaufstands von 1936 bis 1939 gehörte. Seine Leute hatten gegen die britische Herrschaft in Palästina und die Ansiedlung von Juden gekämpft. Salameh junior, schon wegen seiner Abstammung eine absolute Respektsperson für die Kämpfer im Camp, wollte den unzufriedenen Gästen die Notwendigkeit disziplinierten Verhaltens nahe bringen. Doch die ließen ihn nicht einmal ausreden. Daraufhin stürmte am nächsten Morgen eine Gruppe von Palästinensern die Unterkunft der Deutschen, entwaffnete sie und stellte die RAF unter Hausarrest. Von nun an ging es den Palästinensern nur noch darum, die Chaostruppe loszuwerden. Bald reiste Baader mit seinen Anhängern nach Deutschland zurück. 1972 startete die Baader-Meinhof-Bande dort ihre "Mai-Offensive": Innerhalb von zwei Wochen ließen die Terroristen in sechs Städten Bomben hochgehen. Sie griffen Einrichtungen amerikanischer Militärs in der Bundesrepublik an, ein Landeskriminalamt und die Frau eines Bundesrichters. Ein Anschlag galt auch dem Axel-Springer-Verlag in Hamburg. Vier Menschen starben bei den Attentaten. Fahnder kamen der Terror-Truppe schon Tage später auf die Schliche. Anfang Juni wurden Baader sowie Holger Meins und Jan-Carl Raspe in Frankfurt aufgespürt, Gudrun Ensslin nahmen Ermittler sechs Tage später in Hamburg fest, Ulrike Meinhof ging eine Woche danach ins Netz. Aus der Haft heraus freilich entwickelte die Gruppe in den folgenden Jahren eine Anziehungskraft, die sie in ihrer aktiven Zeit nie besessen hatte - so entstand die so genannte zweite Generation der RAF. Dies lag auch an den überzogenen Sicherheitsvorkehrungen des Staates, der die RAF-Gefangenen in Hochsicherheitstrakten von anderen Häftlingen trennte. "Isolationsfolter" hieß das Stichwort, mit dem die "Rote Hilfe" und andere so genannte Folter-Komitees dagegen mobilmachten. Sie zogen junge Linke, die Baader, Ensslin und Meinhof nie kennen gelernt hatten, in die Illegalität. Sechs von denen stürmten am 24. April 1975 die deutsche Botschaft in Stockholm, um die Altvorderen freizupressen. Die Novizen ermordeten zwei Diplomaten, bis sie versehentlich ihren eigenen Sprengstoff zündeten. Zwei der Terroristen starben. Nach Stockholm war die Hoffnung der Gefangenen auf eine schnelle Befreiung dahin. Doch an tatwilligem Nachwuchs herrschte kein Mangel. In verschiedenen deutschen Städten bildeten sich neue Gruppen. Viele unterzeichneten ihre durch die Szene geisternden Erklärungen, wie die RAF, mit einem fünfzackigen Stern. Sie trauten sich aber nicht, die magischen drei Buchstaben zu benutzen. "Die Genossen im Knast", so Peter-Jürgen Boock, der damals in einer zum RAF-Umfeld zählenden Frankfurter Gruppe aktiv war, "hatten das Copyright, und nur sie bestimmten, wer sich RAF nennen durfte." Der Ritterschlag der Majestäten des Terrors ließ nicht lange auf sich warten. Die Stammheimer beauftragten den Heidelberger Rechtsanwalt Siegfried Haag, die Splittergruppen in der gesamten Republik zu einer handlungsfähigen Guerrilla zusammenzuführen. Damit die sich in Ruhe auf die große "Rausholaktion" vorbereiten konnte, sollte sie professionell in einem palästinensischen Lager trainieren. Boock: "Es macht schon einen Unterschied, ob man in den Taunuswäldern ein wenig Pistolenschießen übt oder ob man in der Wüste mit Panzerfäusten und Sprengstoff trainiert. Je mehr man kann, desto mehr traut man sich zu." Doch der Weg in den Nahen Osten schien zunächst verbaut. Als eine dreiköpfige Delegation 1975 in Beirut Kontakt zur PLO aufnahm, um über eine Ausbildung zu verhandeln, wurde sie wochenlang hingehalten. Erst kurz bevor die RAF-Abgesandten entnervt abreisen wollten, wurden sie von Milizionären in ein Haus außerhalb der Stadt gebracht. Während eines Abendessens eröffneten ihnen Funktionäre der Fatah, sie selbst könnten den deutschen Genossen leider nicht mehr helfen. Seit Arafats Rede vor der Uno-Vollversammlung in New York im November 1974 seien sie "die Diplomaten der Bewegung" und müssten auf ihren Ruf achten. Aber: Es gebe die Möglichkeit, Kontakte zu einer Gruppe herzustellen, die etwas tun könne. Was die Gäste nicht wussten: Die verschiedenen Gruppierungen der PLO hatten eine Arbeitsteilung vereinbart. Die Kontakte zu ausländischen Terrororganisationen sollten fortan von der marxistisch orientierten PFLP gepflegt werden, Arafats Fatah konnte sich so als friedliebende Partei gerieren. Der für Terror außerhalb Israels und der besetzten Gebiete zuständige Mann der PFLP war Wadi Haddad. Er arbeitete systematisch mit Terrorgruppen verschiedener Länder zusammen - von der japanischen Roten Armee über die baskische Eta und die Irisch Republikanische Armee (IRA) bis hin zu armenischen und türkischen Gruppen wie Asala und Dev Sol. Auch der legendäre Terrorsöldner "Carlos" kämpfte für ihn. Haddad, der in Bagdad residierende Chef des PFLP-Spezialkommandos, war damals der Pate des internationalen Linksterrorismus. Der ehemalige PFLP-Sprecher und heutige Arafat-Berater Bassam Abu Scharif: "Wadi machte nichts ohne Gegenleistung. Wer von ihm etwas wollte, musste ihm etwas geben. Und er wusste, Ausländer sind nützlich - wenn sie bei einer Aktion sterben oder verhaftet werden, dann ist das besser, als wenn es die eigenen Leute sind." Wie der Kontakt zwischen der zweiten RAF-Generation und Haddads Truppe im Detail zu Stande kam, liegt bis heute im Dunkeln. Fest steht: Ab dem Sommer 1975 verschwanden immer mehr linke Aktivisten aus dem Blickfeld deutscher Terrorfahnder. "Wir hatten keinen Schimmer, wo die waren", sagt ein damals an der Überwachung des RAF-Umfelds beteiligter Ermittler. Und die Rätsel mehrten sich. Im November 1975 hörten Verfassungsschützer mit, als eine Frau bei der Heidelberger Soziologiestudentin Brigitte S. anrief. Das Gespräch war kurz. Die Studentin fragte: "Gibt es gute Sachen oder schlechte?" Antwort: "Gute." Kurz danach war die Angerufene abgetaucht. Fünf Wochen später erhielten deutsche Behörden einen ersten Hinweis auf ihren Aufenthaltsort. Der israelische Geheimdienst Mossad meldete, die Deutschen Brigitte S., Monika Haas und Thomas R. hätten Kontakt zur PFLP. R. und S. kamen auch flott zum Einsatz: Schon um die Jahreswende 1975/76 reisten sie mit drei PFLP-Leuten in die kenianische Hauptstadt Nairobi. Das Kommando hatte den Auftrag, dort einen Jet der israelischen Fluggesellschaft El Al im Landeanflug mit einer Rakete abzuschießen. Doch die kenianischen Behörden kamen den Terroristen auf die Spur und verhafteten alle fünf. Nach einigen Tagen galt das Kommando Haddads Leuten als überfällig. Monika Haas wurde nachgeschickt, um herauszufinden, wo die Kämpfer abgeblieben waren. Aber auch sie wurde geschnappt. Während R., S. und die drei Palästinenser nach Israel gebracht und dort zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, kam Haas frei. Dass drei Deutsche bei einer Aktion der PFLP mitgemacht hatten, sei kein Zufall, erfuhr der damalige RAF-Novize Peter-Jürgen Boock schon kurz nachdem auch er, im Sommer 1976, in einem jemenitischen Trainingslager der Palästinenser angekommen war. Von Anfang an hatte Haddad seinen Gästen klargemacht, dass er ihre Wünsche nach Ausbildung, Waffenhilfe und Reisemöglichkeiten nur dann erfülle, wenn sie bereit wären, auf seine Bedingungen einzugehen. Er verlangte, dass die Deutschen bei einer Reihe von Aktionen helfen sollten, die sein PFLP-Spezialkommando allein nur schwer oder gar nicht wagen könne. Die Terrorlehrlinge der RAF akzeptierten. Die Willfährigkeit, mit der sich die zweite RAF-Generation Haddad unterordnete, hatte einen simplen Grund: Anders als Baader, Ensslin und Co. sahen sie sich nicht als Avantgarde der Weltrevolution, sondern als deren Soldaten. Ihre Führung saß im Hochsicherheitstrakt von Stammheim und hatte einen unmissverständlichen Befehl erteilt: Holt uns hier raus! Dafür trainierten sie "wie die Besessenen" (Boock): Schießen mit Pistolen, Gewehren, Maschinenwaffen, Raketenwerfern und Geschützen. Bombenbasteln mit Plastiksprengstoff und TNT, Handgranatenwerfen, Flugzeugentführung, Häuserkampf und Minenlegen. Bei der misslungenen Operation in Nairobi hatten die Deutschen nur Hilfsdienste leisten sollen - bei der nächsten Aktion aber wollte Haddad die RAF-Leute als Killer einsetzen. Der Auftrag: Ein Flugzeug der Japan Airlines (JAL) sollte vom Himmel gebombt werden. Nicht aus politischen Gründen, sondern um einer Erpressung Nachdruck zu verleihen. Denn Haddad füllte seine Kasse, indem er Airline-Manager um Millionen erleichterte. Flugrouten, Flughäfen und deren Sicherheitseinrichtungen sowie mögliche Bombenverstecke in den Maschinen ließ er von seinen europäischen Gästen auskundschaften. Die Europäer erregten, als Touristen oder Geschäftsleute getarnt, weniger Argwohn als Haddads Palästinenser, die oft nicht einmal einer Fremdsprache mächtig waren. Boock schätzt, dass während seines Aufenthaltes im Camp "fast 80 Prozent der in diesem Bereich anfallenden Jobs von Deutschen erledigt wurden". Der JAL-Anschlag von 1976 freilich schlug fehl: Der in einem Samsonite-Kosmetikkoffer versteckte Sprengsatz, den zwei RAF-Leute in Indien scharfschalten sollten, explodierte in der Wartehalle, weil eine Stewardess das herrenlose Gepäckstück aus der Maschine expediert hatte. Dass die Deutschen die Frondienste für die PFLP durchaus als heikel ansahen, belegt ein Verhör, das israelische Geheimdienstler im September 1976 führten. Damals hatten Sicherheitskräfte im Flughafen von Tel Aviv eine junge Holländerin verhaftet, die den Airport im Auftrag Haddads ausspionieren sollte. Im Verhör plauderte sie auch über den deutschen RAF-Vormann und Ex-Anwalt Haag: "Er äußerte seinen Hass gegen die Araber und bezeichnete sie als schmutzig, faul, nur daran interessiert, Verbindungen für sexuelle Zwecke herzustellen ... Er gab an, dass die Araber Ausländer zum Morden schicken wollen, während sie selbst kein Risiko eingehen wollen." Trotzdem waren die RAF-Leute bereit mitzumachen. Schließlich kamen sie mit ihren eigenen Ideen in Haddads Obhut gut voran. Als die versprengten Aktivisten aus Deutschland Ende August 1976 komplett im jemenitischen Camp versammelt waren, hielten sie auf dem Dach ihrer Unterkunft Kriegsrat. Boock: "Alle waren sich einig, dass eine Befreiung der Gefangenen nur mit einer Geiselnahme mehrerer politischer, militärischer oder industrieller Entscheidungsträger durchsetzbar sein würde." An diesem Spätnachmittag fiel erstmals der Name Hanns Martin Schleyer. Ebenfalls auf der Liste möglicher Ziele: der später, am 30. Juli 1977, bei einem Entführungsversuch erschossene Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, sowie der am 7. April 1977 von einem RAF-Kommando ermordete Generalbundesanwalt Siegfried Buback, dazu zwei amerikanische Generäle und mehrere Politiker. Im Frühjahr 1977 waren die Planungen für die erste Phase von "big raushole" - Banküberfälle, Wohnungsbeschaffung, Auschecken der Opfer - abgeschlossen und die militärische Ausbildung beendet. Die neue Eliteeinheit der RAF kehrte nach Deutschland zurück. "Alle", so Boock, "waren zuversichtlich, dass es diesmal gelingen würde, Andreas, Gudrun und die anderen aus dem Knast zu holen." Der Optimismus stützte sich auf das Wissen um die Stärke ihres Bündnispartners im Nahen Osten. Wie weit Haddads Arm reichte, erfuhren die Deutschen, nachdem sie ihn in ein Detail ihrer "Offensive" eingeweiht hatten. "Wir haben ihm gesagt, dass wir Schleyer entführen und in Gefangenschaft verhören wollten - insbesondere über seine Rolle im Dritten Reich, als SS-Untersturmführer und Wirtschaftsrepräsentant im besetzten Prag. Das Ganze sollte auf Band aufgezeichnet und später zu Propagandazwecken genutzt werden." Weil die RAF-Leute wussten, dass Haddad exzellente Ostblock-Kontakte hatte, fragten sie ihn, ob er von dort Informationsmaterial besorgen könne. Haddad konnte. Wenige Tage vor ihrer Abreise übergab er den RAF-Leuten eine umfangreiche Dokumentation über die Tätigkeit des SS-Mannes Schleyer in der besetzten Tschechoslowakei - in deutscher Sprache, mit Stempelspuren, die auf den tschechischen oder sowjetischen Geheimdienst als Quelle deuteten. Einen weiteren Beweis seiner Möglichkeiten lieferte der PFLP-SC-Chef, als er Boock eine Kiste übergab, die der als Gepäck auf seinem Air-France-Flug von Bagdad nach Paris mitnehmen sollte. Der Inhalt: zwei Raketenwerfer, vier Panzerfäuste sowjetischer Herkunft und drei Maschinenpistolen. Boock: "Ich dachte, der ist verrückt - eine Ladung Waffen auf einem Linienflug einer europäischen Airline. Dass das Einchecken in Bagdad mit der Unterstützung des irakischen Geheimdienstes ein Kinderspiel war - gut. Aber Paris?" Doch Wadi Haddad bestand darauf: "Keine Angst, holt in Paris euer Gepäck und geht einfach raus. Niemand wird euch kontrollieren." Der Palästinenser behielt Recht. Zurück in Deutschland, begann die Gruppe, die Pläne umzusetzen. Boock: "Ursprünglich wollten wir erst Ponto entführen und dann, um den Druck zu erhöhen, Schleyer. Sollte das nicht reichen, war vorgesehen, alle europäischen Innenminister bei einer ihrer Konferenzen als Geiseln zu nehmen. So verrückt dies klingt - wir hielten das für machbar und hatten auch schon, als Presseleute getarnt, die entsprechenden Räumlichkeiten in Brüssel und Straßburg in Augenschein genommen. Reinkommen war kein Problem, und zugetraut haben wir uns damals viel." Eine Variante der Gefangenenbefreiung aber war zunächst tabu: Flugzeugentführungen. Denn am 27. Juni 1976 hatte ein PFLP-SC-Kommando eine Air-France-Maschine, die von Tel Aviv nach Paris fliegen sollte, ins ugandische Entebbe entführt. Mit dabei: die Deutschen Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann von der Terrorgruppe "Revolutionäre Zellen", die ebenfalls mit Haddads Palästinensertruppe kooperierte. Nach langen Verhandlungen willigten die Entführer ein, einen Teil der Passagiere freizulassen. Gehen durfte aber nur, wer weder israelischer Staatsbürger noch jüdischen Glaubens war. Die Selektion von Juden und Nichtjuden hatten die Palästinenser, mit einem perversen Gespür für historische Parallelen, den Deutschen überlassen. Am 4. Juli wurden die Geiseln von israelischen Soldaten befreit. Sieben Terroristen, darunter Böse und Kuhlmann, wurden erschossen. Die radikale Linke in der Bundesrepublik, bis weit in die RAF-Sympathisantenszene hinein, war geschockt. Für viele markierte Entebbe das Ende der Solidarität mit den Genossen im Untergrund. Auch Boock kam sofort Entebbe in den Sinn, als Haddad ihm und Mohnhaupt drei Monate später, bei dem Treffen in Bagdad während der Schleyer-Entführung, die Wahl zwischen einer Botschaftsbesetzung und einer Flugzeugentführung ließ: "Die Gefangenen hatten uns nach dieser Geschichte eine eindeutige Anweisung übermittelt: Kommt bloß nicht auf die Idee, uns mit so einer Aktion rauszuholen." Boock und Mohnhaupt baten Haddad deshalb um Bedenkzeit. Der gewährte zwei Tage. Die beiden RAF-Kader brauchten nur wenige Minuten, um sich trotz allem auf eine Flugzeugentführung einzulassen. Boock: "In mir sah es ziemlich widersprüchlich aus. Es gab viele Einwände dagegen. Andererseits hatte ich das Gefühl, dass dieses Angebot die letzte Chance war." Beide wussten, dass die Stammheimer Häftlinge Waffen in ihren Zellen versteckt hatten und sich lieber umbringen wollten, als noch lange in Haft zu sitzen. Baader und Ensslin hatten Genossen angekündigt: "Wenn die Aktion schief geht, werden wir unser Schicksal selber in die Hand nehmen." Doch obwohl Boock und Mohnhaupt Haddads Angebot nun annahmen, gab es Probleme mit "Old Man", wie die Deutschen Haddad untereinander respektvoll nannten. Der Palästinenser wollte mit der Flugzeugentführung nicht nur die Stammheimer freipressen. Er wollte auch von der Bundesregierung zwei Millionen Dollar fordern. Er setzte seine Leute ein, und Terror muss sich schließlich lohnen. Mohnhaupt tobte: "Damit entwertet man die politische Botschaft. Das denunziert die ganze Aktion." Doch ihr Widerstand währte nur kurz. Haddad blieb hart und drohte, die Entführung sonst abzublasen. Die RAF-Unterhändler knickten ein und setzten, um das Gesicht zu wahren, dann sogar noch eins drauf: "Wenn schon eine Geldforderung dann eine, bei der die Proportionen stimmen: 20 Millionen, das hätte ein eigenes Gewicht", so Boock. Am 13. Oktober 1977 um 14.38 Uhr registrierte die Flugsicherung Aix-en-Provence, dass Lufthansa-Flug 181, von Palma de Mallorca nach Frankfurt, von der Route abwich. Im Anflug auf den Flughafen Rom meldete sich ein "Captain Martyr Mahmud" per Funk bei einem Lotsen im Tower: "Dieses Flugzeug ist ganz in unserer Gewalt. Die Gruppe, die ich vertrete, fordert die Freilassung unserer Genossen, die in den deutschen Gefängnissen in Haft sind. Wir sind eine Organisation, die gegen den Weltimperialismus kämpft." Die Geldforderung des Drahtziehers der Entführung ging der deutschen Regierung tags darauf telefonisch zu: 15 Millionen Dollar. Als die RAF-Leute in Bagdad die erste Radio-Meldung von der Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" hörten, herrschte einen Moment lang völlige Stille. "Dann", erinnert sich Boock, "ein einziges infernalisches Aufbrüllen." Manche weinten, andere lagen sich in den Armen. "Der Rausch hielt an, es schien, als hätten wir es geschafft." Keiner der Terroristen glaubte, dass Bundeskanzler Helmut Schmidt sich nun noch weigern könnte, die RAF-Altvorderen freizulassen. Schließlich hatten ihre palästinensischen Freunde jetzt über 80 Menschen in ihrer Gewalt - während RAF-Leute in Brüssel ja auch noch immer Schleyer gefangen hielten. Ein lautes, rhythmisches Hupen vor dem Haus in Bagdad steigerte den Freudentaumel. PFLP-Kämpfer waren gekommen, um einen Gruß ihres Chefs zu überbringen: drei Flaschen Champagner. Laut Haddads Plan war Aden als Endstation der Entführung vorgesehen. Von der jemenitischen Hauptstadt aus sollten die Passagiere in das PFLP-Ausbildungscamp gebracht werden und dort bleiben, bis die Inhaftierten aus Deutschland eintreffen. Boock: "Anschließend hätten wir uns abgesetzt, und die Geiseln wären frei gewesen." Aber Haddads Plan funktionierte nicht. Für die Geiseln an Bord der "Landshut" begann eine Odyssee durch mehrere Länder Richtung Jemen. Als die RAF-Leute drei Tage später im Radio hörten, dass die jemenitische Staatsführung die Landebahn mit Lastwagen blockiert hatte und der Lufthansa-Boeing die Landeerlaubnis verweigerte, glaubten alle an einen taktischen Winkelzug, der verschleiern sollte, dass die Regierung in Aden mit dem PFLP-SC unter einer Decke steckte. In letzter Minute würde die Bahn sicher geräumt werden. Doch dann meldete die BBC, die Maschine sei wegen Treibstoffmangels auf einer Sandpiste notgelandet. Die aufkommende Unruhe verstärkte sich, als ein Emissär Haddads den RAF-Leuten mitteilte, dass auch der Chef selber sich nicht erklären könne, was da passiere. Alle Versuche Haddads, telefonisch mit der "jemenitischen Botschaft, den Irakern, Arafat oder Allah weiß wem" in Kontakt zu kommen, seien gescheitert. Die deutsche und andere europäische Regierungen, so Bassam Abu Scharif, hätten damals die Machthaber in Aden mit einer Mischung aus Drohungen und finanziellen Zusagen dazu gebracht, anders zu handeln, als es mit Haddad vereinbart war. Doch das vermochte sich im Oktober 1977 keiner der in Bagdad Wartenden vorzustellen. Klar war nur: Die "Landshut" musste Aden verlassen. "Als Haddad uns dann sagte, es gebe eine Ausweichlösung in Somalia, habe ich schon nicht mehr richtig dran geglaubt", erinnert sich Boock. Doch kurze Zeit später nahm die "Landshut" tatsächlich Kurs auf die somalische Hauptstadt Mogadischu. Nachdem Boock hörte, Bundeskanzler Schmidt habe nun endlich einem Austausch zugestimmt, die Gefangenen aus Stammheim seien sogar bereits auf dem Weg in die Freiheit, fühlte Boock nur "eine gewisse Erleichterung". Vielleicht lag das an einer Kleinigkeit, die ihm erst Jahre später bewusst wurde: Dieses Mal waren keine Palästinenser gekommen, um mit ihnen zu feiern. Am 18. Oktober um 0.31 Uhr deutscher Zeit verbreitete die Deutsche Presse-Agentur in einer Blitzmeldung: "GSG 9 befreite Geiseln." Bundeskanzler Schmidt hatte geblufft. Statt die RAF-Gefangenen freizulassen, hatte er die Antiterroreinheit GSG 9 nach Mogadischu geschickt. Sie stürmte das Flugzeug und tötete drei der vier palästinensischen Entführer. Im 7. Stock der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim hörte, so die Vermutung der Bundesanwaltschaft, der Terrorist Jan-Carl Raspe die Meldung von dem Desaster. Über ein heimlich aufgebautes Kommunikationssystem soll er seine Mitgefangenen Baader, Ensslin und Irmgard Möller verständigt haben. Dann nahmen die RAF-Gründer "ihr Schicksal selbst in die Hand", so wie sie es angekündigt hatten: Nur Irmgard Möller überlebte, die anderen drei töteten sich noch in derselben Nacht. Als deren Genossen in Bagdad davon erfuhren, nahm das Wut- und Verzweiflungsgeschrei kein Ende. Dann, so erinnert sich Boock, schlug Brigitte Mohnhaupt mehrfach wütend mit einem Tablett auf den Tisch: "Schnauze, haltet verdammt noch mal für einen Moment die Fresse. Was wird das hier, eine Trauerfeier mit Klageweibern? Könnt ihr die Stammheimer wirklich nur als Opfer sehen? Das war eine Aktion, habt ihr verstanden eine AKTION! Ihr könnt aufhören zu flennen, ihr Arschlöcher." Am 19. Oktober rief um 16.21 Uhr ein weibliches RAF-Mitglied im Stuttgarter Büro der Deutschen Presse-Agentur an und verlas eine Erklärung. Sie begann mit den Worten: "Wir haben nach 43 Tagen Hanns Martin Schleyers klägliche und korrupte Existenz beendet." Am Abend dann wurde die Leiche des Arbeitgeberpräsidenten im Kofferraum eines Audi 100 in der Rue Charles Péguy im elsässischen Mülhausen gefunden. Er war mit drei Kopfschüssen ermordet worden. Die RAF-Mitglieder in Bagdad und Brüssel hatten nach dem Selbstmord ihrer Vorbilder über die Frage abgestimmt, wie mit ihm zu verfahren sei. Das Urteil war einstimmig ausgefallen. GUNTHER LATSCH