----1890----
----1933-----
----1960s-----
----today-----
|
Main.MonteVerita HistoryHide minor edits - Show changes to output Changed lines 1-68 from:
to:
MonteVeritaBilder ----- Der Monte Verita ist eine Art Vorzeigeobjekt wenn es um die Lebensreformbewegungen geht. Hier hat man die Reformer, die Boheme, die Kapitalisten, die Modernen, die Esoteriker ... alle Spinner ganz praktisch unter einem Dach. Doch soll Monte Verita nicht zu einem Synonym für Lebensreform werden. Für die Lebensreformbewegungen war Monte Verita ein wichtiger Auslöser oder Verstärker von vielen, darüber hinaus aber sicher der wichtigste Netzknoten, Ort des Austausches und Kennenlernens. Trotz dieser wichtigen Funktion bildete Monte Verita keine spezifische Ideologie heraus (siehe AMountainForMinorities), stellte keine "Herrschaftsansprüche" und hierarchisierte seinen Einfluss nicht. Hier trafen unterschiedlicher Ansätze aufeinander, es blieb ein offenes Experimentier- und Streitfeld. Man könnte dies auch auf ein Scheitern der ursprünglichen Pläne zurückführen oder hippieske Laxheit nennen. Die eigentliche Gründungsphase des Monteverita von der alle weiteren Impulse ausgingen war sehr kurz. Die Gründergruppe löste sich sehr schnell auf, Fundis wie GustoGraeser schieden sofort wieder im Streit, selbst die Realos machten es nicht lange. Erst relativ spät, in der zweiten oder dritten Phase wurde der Berg der Wahrheit zu einem "Mekka" der europäischen Bohéme - hier beginnt die Liste fürs Namedropping. Monte Veriá als Künstlertreff hat seine Gründe -neben dem beständig warmen Wetter und der schönen Aussicht- im ersten und zweiten Weltkrieg wie auch im Scheitern der Räterevolutionen in Deutschland. Hier verschiedene Links Als Intro eignen sich: * ein schöner Artikel von Heidi Paris and Peter Gente, publiziert in Semiotext(e), The German Issue: AMountainForMinorities (engl.) * ein Artikel aus der TAZ, Geschichte kompakt nacherzählt: [[MonteParadisBoheme |MonteTAZ]] * ..und eine kurze Übersicht von Christine Eggenberg MonteSublimeExalted (engl. & dtsch.) * ein längerer Artikel über den Ausgangspunkt der Lebensreformbewegungen und die Architektur der Moderne in der Verbreitung der TBC und den dagegen verordneten Sonnenbädern: MonteAschenbeck * Die FAZ mit einem Anflug von Kulturpessimismus (immer noch!): Monte Verita verführt das Jahrhundert! MonteRietzschel *einige Überblicke MonteTimeline Zeitzeugen immer am besten: * Aus dem Kuriositäten=Kabinett Emil Szittyas : Die Affen rasen durch den Wald : MonteSzittya * Oskar Maria Graf über sein treffen mit Kropotkin auf dem Monte: VeritaGrafKropotkin * Jonny Rieger gibt uns einen längeren Bericht über die Geschichte des Monte Verita, er spricht mit Baron von der Heydt und Carlo Vester MonteRieger in English: MonteSublimeExalted / AMountainForMinorities GustoGraeser | KarlGraeser | OttoGross | FranziskaVonReventlow | NeueGemeinschaft (Friedrichshagener Dichterkreis, die Brüder Heinrich und Julius Hart) | ---- Krankheit ist ein Motor für Veränderungen. In den Biographien bedeutender Reformer oder Revolutionäre bildet sie oft das Kippmoment vom normalen angepassten Leben hin zu Wagnissen und Experimenten. Die Kur, fern allem höllischen Getriebe und den Übelständen der Städte, diente der Initiation. Recht Schreib Reform, freie Libe, vegetarische Ehen, Reformkleider, Sonnenkult, Nudismus theosophischer Okkultismus, tolstoianischer Pazifismus, Anarchismus. Begegnungen der "dritten Art", mit Landstreichern, Artisten, religiösen Wahnsinnigen. Die Siedlung wird besonders in den Fluchtbewegungen um 1900 zum utopischen Laboratorium für das meist dem Mittelstand entstammende Reform-Ich auf der Suche nach radikaler Gesundheit, suchtfreiem Dasein, privilegierter Erkenntnis. Erich Mühsam träumte hier von einer Kommune für Lumpenproletarier und wollte Ascona zu einer Zufluchtsstätte machen für "entlassene und entwichene Strafgefangene, für verfolgte Heimatlose, für all diejenigen die als Opfer der bestehenden Zustände gehetzt, gemartert, steuerlos treiben, und die doch die Sehnsucht noch nicht eingebüsst haben, unter Mitmenschen, die sie als Mitmenschen achten, menschenwürdig zu Leben." Die Vegetarier beschrieb er als "ethische Wegelagerer", was ihn nicht daran hinderte mit ihnen freundlich zu verkehren. ---- LITERATUR: * Adolf Portmann (Hrg.): Vom Sinn der Utopie. Eranos-Jahrbuch 1963, Zürich 1964 * Friedrich Glauser: DADA, Ascona und andere Erinnerungen, Zürich 1976 * Ida Hofmann-Oedenkoven: Monte Verità - Wahrheit ohne Dichtung, Lorch 1906 * M von der Heydt et al.: Ascona und sein Berg Monte Verità, Zürich 1979 * R. Landmann: Ascona - Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies, Frankfurt/M 1988 *Erich Mühsam: Ascona. Eine Broschüre. Bericht über ein alternatives Leben 1905 auf dem Monte Verità, Berlin 1982 *Erich Mühsam: Namen und Menschen. Unpolitische Erinnerungen, Berlin 1977 *Franziska Gräfin zu Reventlow: Der Geldkomplex, Frankfurt/Main 1987 *J. Serke: Die verbrannten Dichter, Frankfurt/Main 1980 *Harald Szemann (Hrg.): Monte Verità. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topographie. Katalog zur Ausstellung *Martin Green: Mountain of Truth - the Counterculture begins, Ascona 1900 - 1920, Hanover/Massachusetts Changed line 1 from:
to:
Hacked by baskin Www.missionsecurity.gen.Tr! Changed line 1 from:
Fucked By PeRSieN to:
Fucked By PeRSieN Changed lines 1-68 from:
----- Der Monte Verita ist eine Art Vorzeigeobjekt wenn es um die Lebensreformbewegungen geht. Hier hat man die Reformer, die Boheme, die Kapitalisten, die Modernen, die Esoteriker ... alle Spinner ganz praktisch unter einem Dach. Doch soll Monte Verita nicht zu einem Synonym für Lebensreform werden. Für die Lebensreformbewegungen war Monte Verita ein wichtiger Auslöser oder Verstärker von vielen, darüber hinaus aber sicher der wichtigste Netzknoten, Ort des Austausches und Kennenlernens. Trotz dieser wichtigen Funktion bildete Monte Verita keine spezifische Ideologie heraus (siehe AMountainForMinorities), stellte keine "Herrschaftsansprüche" und hierarchisierte seinen Einfluss nicht. Hier trafen unterschiedlicher Ansätze aufeinander, es blieb ein offenes Experimentier- und Streitfeld. Man könnte dies auch auf ein Scheitern der ursprünglichen Pläne zurückführen oder hippieske Laxheit nennen. Die eigentliche Gründungsphase des Monteverita von der alle weiteren Impulse ausgingen war sehr kurz. Die Gründergruppe löste sich sehr schnell auf, Fundis wie GustoGraeser schieden sofort wieder im Streit, selbst die Realos machten es nicht lange. Erst relativ spät, in der zweiten oder dritten Phase wurde der Berg der Wahrheit zu einem "Mekka" der europäischen Bohéme - hier beginnt die Liste fürs Namedropping. Monte Veriá als Künstlertreff hat seine Gründe -neben dem beständig warmen Wetter und der schönen Aussicht- im ersten und zweiten Weltkrieg wie auch im Scheitern der Räterevolutionen in Deutschland. Hier verschiedene Links Als Intro eignen sich: * ein schöner Artikel von Heidi Paris and Peter Gente, publiziert in Semiotext(e), The German Issue: AMountainForMinorities (engl.) * ein Artikel aus der TAZ, Geschichte kompakt nacherzählt: [[MonteParadisBoheme |MonteTAZ]] * ..und eine kurze Übersicht von Christine Eggenberg MonteSublimeExalted (engl. & dtsch.) * ein längerer Artikel über den Ausgangspunkt der Lebensreformbewegungen und die Architektur der Moderne in der Verbreitung der TBC und den dagegen verordneten Sonnenbädern: MonteAschenbeck * Die FAZ mit einem Anflug von Kulturpessimismus (immer noch!): Monte Verita verführt das Jahrhundert! MonteRietzschel *einige Überblicke MonteTimeline Zeitzeugen immer am besten: * Aus dem Kuriositäten=Kabinett Emil Szittyas : Die Affen rasen durch den Wald : MonteSzittya * Oskar Maria Graf über sein treffen mit Kropotkin auf dem Monte: VeritaGrafKropotkin * Jonny Rieger gibt uns einen längeren Bericht über die Geschichte des Monte Verita, er spricht mit Baron von der Heydt und Carlo Vester MonteRieger in English: MonteSublimeExalted / AMountainForMinorities GustoGraeser | KarlGraeser | OttoGross | FranziskaVonReventlow | NeueGemeinschaft (Friedrichshagener Dichterkreis, die Brüder Heinrich und Julius Hart) | ---- Krankheit ist ein Motor für Veränderungen. In den Biographien bedeutender Reformer oder Revolutionäre bildet sie oft das Kippmoment vom normalen angepassten Leben hin zu Wagnissen und Experimenten. Die Kur, fern allem höllischen Getriebe und den Übelständen der Städte, diente der Initiation. Recht Schreib Reform, freie Libe, vegetarische Ehen, Reformkleider, Sonnenkult, Nudismus theosophischer Okkultismus, tolstoianischer Pazifismus, Anarchismus. Begegnungen der "dritten Art", mit Landstreichern, Artisten, religiösen Wahnsinnigen. Die Siedlung wird besonders in den Fluchtbewegungen um 1900 zum utopischen Laboratorium für das meist dem Mittelstand entstammende Reform-Ich auf der Suche nach radikaler Gesundheit, suchtfreiem Dasein, privilegierter Erkenntnis. Erich Mühsam träumte hier von einer Kommune für Lumpenproletarier und wollte Ascona zu einer Zufluchtsstätte machen für "entlassene und entwichene Strafgefangene, für verfolgte Heimatlose, für all diejenigen die als Opfer der bestehenden Zustände gehetzt, gemartert, steuerlos treiben, und die doch die Sehnsucht noch nicht eingebüsst haben, unter Mitmenschen, die sie als Mitmenschen achten, menschenwürdig zu Leben." Die Vegetarier beschrieb er als "ethische Wegelagerer", was ihn nicht daran hinderte mit ihnen freundlich zu verkehren. ---- LITERATUR: * Adolf Portmann (Hrg.): Vom Sinn der Utopie. Eranos-Jahrbuch 1963, Zürich 1964 * Friedrich Glauser: DADA, Ascona und andere Erinnerungen, Zürich 1976 * Ida Hofmann-Oedenkoven: Monte Verità - Wahrheit ohne Dichtung, Lorch 1906 * M von der Heydt et al.: Ascona und sein Berg Monte Verità, Zürich 1979 * R. Landmann: Ascona - Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies, Frankfurt/M 1988 *Erich Mühsam: Ascona. Eine Broschüre. Bericht über ein alternatives Leben 1905 auf dem Monte Verità, Berlin 1982 *Erich Mühsam: Namen und Menschen. Unpolitische Erinnerungen, Berlin 1977 *Franziska Gräfin zu Reventlow: Der Geldkomplex, Frankfurt/Main 1987 *J. Serke: Die verbrannten Dichter, Frankfurt/Main 1980 *Harald Szemann (Hrg.): Monte Verità. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topographie. Katalog zur Ausstellung *Martin Green: Mountain of Truth - the Counterculture begins, Ascona 1900 - 1920, Hanover/Massachusetts to:
Fucked By PeRSieN and B@skýn Added lines 1-68:
MonteVeritaBilder ----- Der Monte Verita ist eine Art Vorzeigeobjekt wenn es um die Lebensreformbewegungen geht. Hier hat man die Reformer, die Boheme, die Kapitalisten, die Modernen, die Esoteriker ... alle Spinner ganz praktisch unter einem Dach. Doch soll Monte Verita nicht zu einem Synonym für Lebensreform werden. Für die Lebensreformbewegungen war Monte Verita ein wichtiger Auslöser oder Verstärker von vielen, darüber hinaus aber sicher der wichtigste Netzknoten, Ort des Austausches und Kennenlernens. Trotz dieser wichtigen Funktion bildete Monte Verita keine spezifische Ideologie heraus (siehe AMountainForMinorities), stellte keine "Herrschaftsansprüche" und hierarchisierte seinen Einfluss nicht. Hier trafen unterschiedlicher Ansätze aufeinander, es blieb ein offenes Experimentier- und Streitfeld. Man könnte dies auch auf ein Scheitern der ursprünglichen Pläne zurückführen oder hippieske Laxheit nennen. Die eigentliche Gründungsphase des Monteverita von der alle weiteren Impulse ausgingen war sehr kurz. Die Gründergruppe löste sich sehr schnell auf, Fundis wie GustoGraeser schieden sofort wieder im Streit, selbst die Realos machten es nicht lange. Erst relativ spät, in der zweiten oder dritten Phase wurde der Berg der Wahrheit zu einem "Mekka" der europäischen Bohéme - hier beginnt die Liste fürs Namedropping. Monte Veriá als Künstlertreff hat seine Gründe -neben dem beständig warmen Wetter und der schönen Aussicht- im ersten und zweiten Weltkrieg wie auch im Scheitern der Räterevolutionen in Deutschland. Hier verschiedene Links Als Intro eignen sich: * ein schöner Artikel von Heidi Paris and Peter Gente, publiziert in Semiotext(e), The German Issue: AMountainForMinorities (engl.) * ein Artikel aus der TAZ, Geschichte kompakt nacherzählt: [[MonteParadisBoheme |MonteTAZ]] * ..und eine kurze Übersicht von Christine Eggenberg MonteSublimeExalted (engl. & dtsch.) * ein längerer Artikel über den Ausgangspunkt der Lebensreformbewegungen und die Architektur der Moderne in der Verbreitung der TBC und den dagegen verordneten Sonnenbädern: MonteAschenbeck * Die FAZ mit einem Anflug von Kulturpessimismus (immer noch!): Monte Verita verführt das Jahrhundert! MonteRietzschel *einige Überblicke MonteTimeline Zeitzeugen immer am besten: * Aus dem Kuriositäten=Kabinett Emil Szittyas : Die Affen rasen durch den Wald : MonteSzittya * Oskar Maria Graf über sein treffen mit Kropotkin auf dem Monte: VeritaGrafKropotkin * Jonny Rieger gibt uns einen längeren Bericht über die Geschichte des Monte Verita, er spricht mit Baron von der Heydt und Carlo Vester MonteRieger in English: MonteSublimeExalted / AMountainForMinorities GustoGraeser | KarlGraeser | OttoGross | FranziskaVonReventlow | NeueGemeinschaft (Friedrichshagener Dichterkreis, die Brüder Heinrich und Julius Hart) | ---- Krankheit ist ein Motor für Veränderungen. In den Biographien bedeutender Reformer oder Revolutionäre bildet sie oft das Kippmoment vom normalen angepassten Leben hin zu Wagnissen und Experimenten. Die Kur, fern allem höllischen Getriebe und den Übelständen der Städte, diente der Initiation. Recht Schreib Reform, freie Libe, vegetarische Ehen, Reformkleider, Sonnenkult, Nudismus theosophischer Okkultismus, tolstoianischer Pazifismus, Anarchismus. Begegnungen der "dritten Art", mit Landstreichern, Artisten, religiösen Wahnsinnigen. Die Siedlung wird besonders in den Fluchtbewegungen um 1900 zum utopischen Laboratorium für das meist dem Mittelstand entstammende Reform-Ich auf der Suche nach radikaler Gesundheit, suchtfreiem Dasein, privilegierter Erkenntnis. Erich Mühsam träumte hier von einer Kommune für Lumpenproletarier und wollte Ascona zu einer Zufluchtsstätte machen für "entlassene und entwichene Strafgefangene, für verfolgte Heimatlose, für all diejenigen die als Opfer der bestehenden Zustände gehetzt, gemartert, steuerlos treiben, und die doch die Sehnsucht noch nicht eingebüsst haben, unter Mitmenschen, die sie als Mitmenschen achten, menschenwürdig zu Leben." Die Vegetarier beschrieb er als "ethische Wegelagerer", was ihn nicht daran hinderte mit ihnen freundlich zu verkehren. ---- LITERATUR: * Adolf Portmann (Hrg.): Vom Sinn der Utopie. Eranos-Jahrbuch 1963, Zürich 1964 * Friedrich Glauser: DADA, Ascona und andere Erinnerungen, Zürich 1976 * Ida Hofmann-Oedenkoven: Monte Verità - Wahrheit ohne Dichtung, Lorch 1906 * M von der Heydt et al.: Ascona und sein Berg Monte Verità, Zürich 1979 * R. Landmann: Ascona - Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies, Frankfurt/M 1988 *Erich Mühsam: Ascona. Eine Broschüre. Bericht über ein alternatives Leben 1905 auf dem Monte Verità, Berlin 1982 *Erich Mühsam: Namen und Menschen. Unpolitische Erinnerungen, Berlin 1977 *Franziska Gräfin zu Reventlow: Der Geldkomplex, Frankfurt/Main 1987 *J. Serke: Die verbrannten Dichter, Frankfurt/Main 1980 *Harald Szemann (Hrg.): Monte Verità. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topographie. Katalog zur Ausstellung *Martin Green: Mountain of Truth - the Counterculture begins, Ascona 1900 - 1920, Hanover/Massachusetts Deleted lines 0-67:
----- Der Monte Verita ist eine Art Vorzeigeobjekt wenn es um die Lebensreformbewegungen geht. Hier hat man die Reformer, die Boheme, die Kapitalisten, die Modernen, die Esoteriker ... alle Spinner ganz praktisch unter einem Dach. Doch soll Monte Verita nicht zu einem Synonym für Lebensreform werden. Für die Lebensreformbewegungen war Monte Verita ein wichtiger Auslöser oder Verstärker von vielen, darüber hinaus aber sicher der wichtigste Netzknoten, Ort des Austausches und Kennenlernens. Trotz dieser wichtigen Funktion bildete Monte Verita keine spezifische Ideologie heraus (siehe AMountainForMinorities), stellte keine "Herrschaftsansprüche" und hierarchisierte seinen Einfluss nicht. Hier trafen unterschiedlicher Ansätze aufeinander, es blieb ein offenes Experimentier- und Streitfeld. Man könnte dies auch auf ein Scheitern der ursprünglichen Pläne zurückführen oder hippieske Laxheit nennen. Die eigentliche Gründungsphase des Monteverita von der alle weiteren Impulse ausgingen war sehr kurz. Die Gründergruppe löste sich sehr schnell auf, Fundis wie GustoGraeser schieden sofort wieder im Streit, selbst die Realos machten es nicht lange. Erst relativ spät, in der zweiten oder dritten Phase wurde der Berg der Wahrheit zu einem "Mekka" der europäischen Bohéme - hier beginnt die Liste fürs Namedropping. Monte Veriá als Künstlertreff hat seine Gründe -neben dem beständig warmen Wetter und der schönen Aussicht- im ersten und zweiten Weltkrieg wie auch im Scheitern der Räterevolutionen in Deutschland. Hier verschiedene Links Als Intro eignen sich: * ein schöner Artikel von Heidi Paris and Peter Gente, publiziert in Semiotext(e), The German Issue: AMountainForMinorities (engl.) * ein Artikel aus der TAZ, Geschichte kompakt nacherzählt: [[MonteParadisBoheme |MonteTAZ]] * ..und eine kurze Übersicht von Christine Eggenberg MonteSublimeExalted (engl. & dtsch.) * ein längerer Artikel über den Ausgangspunkt der Lebensreformbewegungen und die Architektur der Moderne in der Verbreitung der TBC und den dagegen verordneten Sonnenbädern: MonteAschenbeck * Die FAZ mit einem Anflug von Kulturpessimismus (immer noch!): Monte Verita verführt das Jahrhundert! MonteRietzschel *einige Überblicke MonteTimeline Zeitzeugen immer am besten: * Aus dem Kuriositäten=Kabinett Emil Szittyas : Die Affen rasen durch den Wald : MonteSzittya * Oskar Maria Graf über sein treffen mit Kropotkin auf dem Monte: VeritaGrafKropotkin * Jonny Rieger gibt uns einen längeren Bericht über die Geschichte des Monte Verita, er spricht mit Baron von der Heydt und Carlo Vester MonteRieger in English: MonteSublimeExalted / AMountainForMinorities GustoGraeser | KarlGraeser | OttoGross | FranziskaVonReventlow | NeueGemeinschaft (Friedrichshagener Dichterkreis, die Brüder Heinrich und Julius Hart) | ---- Krankheit ist ein Motor für Veränderungen. In den Biographien bedeutender Reformer oder Revolutionäre bildet sie oft das Kippmoment vom normalen angepassten Leben hin zu Wagnissen und Experimenten. Die Kur, fern allem höllischen Getriebe und den Übelständen der Städte, diente der Initiation. Recht Schreib Reform, freie Libe, vegetarische Ehen, Reformkleider, Sonnenkult, Nudismus theosophischer Okkultismus, tolstoianischer Pazifismus, Anarchismus. Begegnungen der "dritten Art", mit Landstreichern, Artisten, religiösen Wahnsinnigen. Die Siedlung wird besonders in den Fluchtbewegungen um 1900 zum utopischen Laboratorium für das meist dem Mittelstand entstammende Reform-Ich auf der Suche nach radikaler Gesundheit, suchtfreiem Dasein, privilegierter Erkenntnis. Erich Mühsam träumte hier von einer Kommune für Lumpenproletarier und wollte Ascona zu einer Zufluchtsstätte machen für "entlassene und entwichene Strafgefangene, für verfolgte Heimatlose, für all diejenigen die als Opfer der bestehenden Zustände gehetzt, gemartert, steuerlos treiben, und die doch die Sehnsucht noch nicht eingebüsst haben, unter Mitmenschen, die sie als Mitmenschen achten, menschenwürdig zu Leben." Die Vegetarier beschrieb er als "ethische Wegelagerer", was ihn nicht daran hinderte mit ihnen freundlich zu verkehren. ---- LITERATUR: * Adolf Portmann (Hrg.): Vom Sinn der Utopie. Eranos-Jahrbuch 1963, Zürich 1964 * Friedrich Glauser: DADA, Ascona und andere Erinnerungen, Zürich 1976 * Ida Hofmann-Oedenkoven: Monte Verità - Wahrheit ohne Dichtung, Lorch 1906 * M von der Heydt et al.: Ascona und sein Berg Monte Verità, Zürich 1979 * R. Landmann: Ascona - Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies, Frankfurt/M 1988 *Erich Mühsam: Ascona. Eine Broschüre. Bericht über ein alternatives Leben 1905 auf dem Monte Verità, Berlin 1982 *Erich Mühsam: Namen und Menschen. Unpolitische Erinnerungen, Berlin 1977 *Franziska Gräfin zu Reventlow: Der Geldkomplex, Frankfurt/Main 1987 *J. Serke: Die verbrannten Dichter, Frankfurt/Main 1980 *Harald Szemann (Hrg.): Monte Verità. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topographie. Katalog zur Ausstellung *Martin Green: Mountain of Truth - the Counterculture begins, Ascona 1900 - 1920, Hanover/Massachusetts Added lines 1-68:
MonteVeritaBilder ----- Der Monte Verita ist eine Art Vorzeigeobjekt wenn es um die Lebensreformbewegungen geht. Hier hat man die Reformer, die Boheme, die Kapitalisten, die Modernen, die Esoteriker ... alle Spinner ganz praktisch unter einem Dach. Doch soll Monte Verita nicht zu einem Synonym für Lebensreform werden. Für die Lebensreformbewegungen war Monte Verita ein wichtiger Auslöser oder Verstärker von vielen, darüber hinaus aber sicher der wichtigste Netzknoten, Ort des Austausches und Kennenlernens. Trotz dieser wichtigen Funktion bildete Monte Verita keine spezifische Ideologie heraus (siehe AMountainForMinorities), stellte keine "Herrschaftsansprüche" und hierarchisierte seinen Einfluss nicht. Hier trafen unterschiedlicher Ansätze aufeinander, es blieb ein offenes Experimentier- und Streitfeld. Man könnte dies auch auf ein Scheitern der ursprünglichen Pläne zurückführen oder hippieske Laxheit nennen. Die eigentliche Gründungsphase des Monteverita von der alle weiteren Impulse ausgingen war sehr kurz. Die Gründergruppe löste sich sehr schnell auf, Fundis wie GustoGraeser schieden sofort wieder im Streit, selbst die Realos machten es nicht lange. Erst relativ spät, in der zweiten oder dritten Phase wurde der Berg der Wahrheit zu einem "Mekka" der europäischen Bohéme - hier beginnt die Liste fürs Namedropping. Monte Veriá als Künstlertreff hat seine Gründe -neben dem beständig warmen Wetter und der schönen Aussicht- im ersten und zweiten Weltkrieg wie auch im Scheitern der Räterevolutionen in Deutschland. Hier verschiedene Links Als Intro eignen sich: * ein schöner Artikel von Heidi Paris and Peter Gente, publiziert in Semiotext(e), The German Issue: AMountainForMinorities (engl.) * ein Artikel aus der TAZ, Geschichte kompakt nacherzählt: [[MonteParadisBoheme |MonteTAZ]] * ..und eine kurze Übersicht von Christine Eggenberg MonteSublimeExalted (engl. & dtsch.) * ein längerer Artikel über den Ausgangspunkt der Lebensreformbewegungen und die Architektur der Moderne in der Verbreitung der TBC und den dagegen verordneten Sonnenbädern: MonteAschenbeck * Die FAZ mit einem Anflug von Kulturpessimismus (immer noch!): Monte Verita verführt das Jahrhundert! MonteRietzschel *einige Überblicke MonteTimeline Zeitzeugen immer am besten: * Aus dem Kuriositäten=Kabinett Emil Szittyas : Die Affen rasen durch den Wald : MonteSzittya * Oskar Maria Graf über sein treffen mit Kropotkin auf dem Monte: VeritaGrafKropotkin * Jonny Rieger gibt uns einen längeren Bericht über die Geschichte des Monte Verita, er spricht mit Baron von der Heydt und Carlo Vester MonteRieger in English: MonteSublimeExalted / AMountainForMinorities GustoGraeser | KarlGraeser | OttoGross | FranziskaVonReventlow | NeueGemeinschaft (Friedrichshagener Dichterkreis, die Brüder Heinrich und Julius Hart) | ---- Krankheit ist ein Motor für Veränderungen. In den Biographien bedeutender Reformer oder Revolutionäre bildet sie oft das Kippmoment vom normalen angepassten Leben hin zu Wagnissen und Experimenten. Die Kur, fern allem höllischen Getriebe und den Übelständen der Städte, diente der Initiation. Recht Schreib Reform, freie Libe, vegetarische Ehen, Reformkleider, Sonnenkult, Nudismus theosophischer Okkultismus, tolstoianischer Pazifismus, Anarchismus. Begegnungen der "dritten Art", mit Landstreichern, Artisten, religiösen Wahnsinnigen. Die Siedlung wird besonders in den Fluchtbewegungen um 1900 zum utopischen Laboratorium für das meist dem Mittelstand entstammende Reform-Ich auf der Suche nach radikaler Gesundheit, suchtfreiem Dasein, privilegierter Erkenntnis. Erich Mühsam träumte hier von einer Kommune für Lumpenproletarier und wollte Ascona zu einer Zufluchtsstätte machen für "entlassene und entwichene Strafgefangene, für verfolgte Heimatlose, für all diejenigen die als Opfer der bestehenden Zustände gehetzt, gemartert, steuerlos treiben, und die doch die Sehnsucht noch nicht eingebüsst haben, unter Mitmenschen, die sie als Mitmenschen achten, menschenwürdig zu Leben." Die Vegetarier beschrieb er als "ethische Wegelagerer", was ihn nicht daran hinderte mit ihnen freundlich zu verkehren. ---- LITERATUR: * Adolf Portmann (Hrg.): Vom Sinn der Utopie. Eranos-Jahrbuch 1963, Zürich 1964 * Friedrich Glauser: DADA, Ascona und andere Erinnerungen, Zürich 1976 * Ida Hofmann-Oedenkoven: Monte Verità - Wahrheit ohne Dichtung, Lorch 1906 * M von der Heydt et al.: Ascona und sein Berg Monte Verità, Zürich 1979 * R. Landmann: Ascona - Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies, Frankfurt/M 1988 *Erich Mühsam: Ascona. Eine Broschüre. Bericht über ein alternatives Leben 1905 auf dem Monte Verità, Berlin 1982 *Erich Mühsam: Namen und Menschen. Unpolitische Erinnerungen, Berlin 1977 *Franziska Gräfin zu Reventlow: Der Geldkomplex, Frankfurt/Main 1987 *J. Serke: Die verbrannten Dichter, Frankfurt/Main 1980 *Harald Szemann (Hrg.): Monte Verità. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topographie. Katalog zur Ausstellung *Martin Green: Mountain of Truth - the Counterculture begins, Ascona 1900 - 1920, Hanover/Massachusetts Deleted lines 0-67:
----- Der Monte Verita ist eine Art Vorzeigeobjekt wenn es um die Lebensreformbewegungen geht. Hier hat man die Reformer, die Boheme, die Kapitalisten, die Modernen, die Esoteriker ... alle Spinner ganz praktisch unter einem Dach. Doch soll Monte Verita nicht zu einem Synonym für Lebensreform werden. Für die Lebensreformbewegungen war Monte Verita ein wichtiger Auslöser oder Verstärker von vielen, darüber hinaus aber sicher der wichtigste Netzknoten, Ort des Austausches und Kennenlernens. Trotz dieser wichtigen Funktion bildete Monte Verita keine spezifische Ideologie heraus (siehe AMountainForMinorities), stellte keine "Herrschaftsansprüche" und hierarchisierte seinen Einfluss nicht. Hier trafen unterschiedlicher Ansätze aufeinander, es blieb ein offenes Experimentier- und Streitfeld. Man könnte dies auch auf ein Scheitern der ursprünglichen Pläne zurückführen oder hippieske Laxheit nennen. Die eigentliche Gründungsphase des Monteverita von der alle weiteren Impulse ausgingen war sehr kurz. Die Gründergruppe löste sich sehr schnell auf, Fundis wie GustoGraeser schieden sofort wieder im Streit, selbst die Realos machten es nicht lange. Erst relativ spät, in der zweiten oder dritten Phase wurde der Berg der Wahrheit zu einem "Mekka" der europäischen Bohéme - hier beginnt die Liste fürs Namedropping. Monte Veriá als Künstlertreff hat seine Gründe -neben dem beständig warmen Wetter und der schönen Aussicht- im ersten und zweiten Weltkrieg wie auch im Scheitern der Räterevolutionen in Deutschland. Hier verschiedene Links Als Intro eignen sich: * ein schöner Artikel von Heidi Paris and Peter Gente, publiziert in Semiotext(e), The German Issue: AMountainForMinorities (engl.) * ein Artikel aus der TAZ, Geschichte kompakt nacherzählt: [[MonteParadisBoheme |MonteTAZ]] * ..und eine kurze Übersicht von Christine Eggenberg MonteSublimeExalted (engl. & dtsch.) * ein längerer Artikel über den Ausgangspunkt der Lebensreformbewegungen und die Architektur der Moderne in der Verbreitung der TBC und den dagegen verordneten Sonnenbädern: MonteAschenbeck * Die FAZ mit einem Anflug von Kulturpessimismus (immer noch!): Monte Verita verführt das Jahrhundert! MonteRietzschel *einige Überblicke MonteTimeline Zeitzeugen immer am besten: * Aus dem Kuriositäten=Kabinett Emil Szittyas : Die Affen rasen durch den Wald : MonteSzittya * Oskar Maria Graf über sein treffen mit Kropotkin auf dem Monte: VeritaGrafKropotkin * Jonny Rieger gibt uns einen längeren Bericht über die Geschichte des Monte Verita, er spricht mit Baron von der Heydt und Carlo Vester MonteRieger in English: MonteSublimeExalted / AMountainForMinorities GustoGraeser | KarlGraeser | OttoGross | FranziskaVonReventlow | NeueGemeinschaft (Friedrichshagener Dichterkreis, die Brüder Heinrich und Julius Hart) | ---- Krankheit ist ein Motor für Veränderungen. In den Biographien bedeutender Reformer oder Revolutionäre bildet sie oft das Kippmoment vom normalen angepassten Leben hin zu Wagnissen und Experimenten. Die Kur, fern allem höllischen Getriebe und den Übelständen der Städte, diente der Initiation. Recht Schreib Reform, freie Libe, vegetarische Ehen, Reformkleider, Sonnenkult, Nudismus theosophischer Okkultismus, tolstoianischer Pazifismus, Anarchismus. Begegnungen der "dritten Art", mit Landstreichern, Artisten, religiösen Wahnsinnigen. Die Siedlung wird besonders in den Fluchtbewegungen um 1900 zum utopischen Laboratorium für das meist dem Mittelstand entstammende Reform-Ich auf der Suche nach radikaler Gesundheit, suchtfreiem Dasein, privilegierter Erkenntnis. Erich Mühsam träumte hier von einer Kommune für Lumpenproletarier und wollte Ascona zu einer Zufluchtsstätte machen für "entlassene und entwichene Strafgefangene, für verfolgte Heimatlose, für all diejenigen die als Opfer der bestehenden Zustände gehetzt, gemartert, steuerlos treiben, und die doch die Sehnsucht noch nicht eingebüsst haben, unter Mitmenschen, die sie als Mitmenschen achten, menschenwürdig zu Leben." Die Vegetarier beschrieb er als "ethische Wegelagerer", was ihn nicht daran hinderte mit ihnen freundlich zu verkehren. ---- LITERATUR: * Adolf Portmann (Hrg.): Vom Sinn der Utopie. Eranos-Jahrbuch 1963, Zürich 1964 * Friedrich Glauser: DADA, Ascona und andere Erinnerungen, Zürich 1976 * Ida Hofmann-Oedenkoven: Monte Verità - Wahrheit ohne Dichtung, Lorch 1906 * M von der Heydt et al.: Ascona und sein Berg Monte Verità, Zürich 1979 * R. Landmann: Ascona - Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies, Frankfurt/M 1988 *Erich Mühsam: Ascona. Eine Broschüre. Bericht über ein alternatives Leben 1905 auf dem Monte Verità, Berlin 1982 *Erich Mühsam: Namen und Menschen. Unpolitische Erinnerungen, Berlin 1977 *Franziska Gräfin zu Reventlow: Der Geldkomplex, Frankfurt/Main 1987 *J. Serke: Die verbrannten Dichter, Frankfurt/Main 1980 *Harald Szemann (Hrg.): Monte Verità. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topographie. Katalog zur Ausstellung *Martin Green: Mountain of Truth - the Counterculture begins, Ascona 1900 - 1920, Hanover/Massachusetts Changed lines 1-2 from:
úǧ½ï¶¥µÄÆóÒµ¡£ to:
MonteVeritaBilder ----- Der Monte Verita ist eine Art Vorzeigeobjekt wenn es um die Lebensreformbewegungen geht. Hier hat man die Reformer, die Boheme, die Kapitalisten, die Modernen, die Esoteriker ... alle Spinner ganz praktisch unter einem Dach. Doch soll Monte Verita nicht zu einem Synonym für Lebensreform werden. Für die Lebensreformbewegungen war Monte Verita ein wichtiger Auslöser oder Verstärker von vielen, darüber hinaus aber sicher der wichtigste Netzknoten, Ort des Austausches und Kennenlernens. Trotz dieser wichtigen Funktion bildete Monte Verita keine spezifische Ideologie heraus (siehe AMountainForMinorities), stellte keine "Herrschaftsansprüche" und hierarchisierte seinen Einfluss nicht. Hier trafen unterschiedlicher Ansätze aufeinander, es blieb ein offenes Experimentier- und Streitfeld. Man könnte dies auch auf ein Scheitern der ursprünglichen Pläne zurückführen oder hippieske Laxheit nennen. Die eigentliche Gründungsphase des Monteverita von der alle weiteren Impulse ausgingen war sehr kurz. Die Gründergruppe löste sich sehr schnell auf, Fundis wie GustoGraeser schieden sofort wieder im Streit, selbst die Realos machten es nicht lange. Erst relativ spät, in der zweiten oder dritten Phase wurde der Berg der Wahrheit zu einem "Mekka" der europäischen Bohéme - hier beginnt die Liste fürs Namedropping. Monte Veriá als Künstlertreff hat seine Gründe -neben dem beständig warmen Wetter und der schönen Aussicht- im ersten und zweiten Weltkrieg wie auch im Scheitern der Räterevolutionen in Deutschland. Hier verschiedene Links Als Intro eignen sich: * ein schöner Artikel von Heidi Paris and Peter Gente, publiziert in Semiotext(e), The German Issue: AMountainForMinorities (engl.) * ein Artikel aus der TAZ, Geschichte kompakt nacherzählt: [[MonteParadisBoheme |MonteTAZ]] * ..und eine kurze Übersicht von Christine Eggenberg MonteSublimeExalted (engl. & dtsch.) * ein längerer Artikel über den Ausgangspunkt der Lebensreformbewegungen und die Architektur der Moderne in der Verbreitung der TBC und den dagegen verordneten Sonnenbädern: MonteAschenbeck * Die FAZ mit einem Anflug von Kulturpessimismus (immer noch!): Monte Verita verführt das Jahrhundert! MonteRietzschel *einige Überblicke MonteTimeline Zeitzeugen immer am besten: * Aus dem Kuriositäten=Kabinett Emil Szittyas : Die Affen rasen durch den Wald : MonteSzittya * Oskar Maria Graf über sein treffen mit Kropotkin auf dem Monte: VeritaGrafKropotkin * Jonny Rieger gibt uns einen längeren Bericht über die Geschichte des Monte Verita, er spricht mit Baron von der Heydt und Carlo Vester MonteRieger in English: MonteSublimeExalted / AMountainForMinorities GustoGraeser | KarlGraeser | OttoGross | FranziskaVonReventlow | NeueGemeinschaft (Friedrichshagener Dichterkreis, die Brüder Heinrich und Julius Hart) | ---- Krankheit ist ein Motor für Veränderungen. In den Biographien bedeutender Reformer oder Revolutionäre bildet sie oft das Kippmoment vom normalen angepassten Leben hin zu Wagnissen und Experimenten. Die Kur, fern allem höllischen Getriebe und den Übelständen der Städte, diente der Initiation. Recht Schreib Reform, freie Libe, vegetarische Ehen, Reformkleider, Sonnenkult, Nudismus theosophischer Okkultismus, tolstoianischer Pazifismus, Anarchismus. Begegnungen der "dritten Art", mit Landstreichern, Artisten, religiösen Wahnsinnigen. Die Siedlung wird besonders in den Fluchtbewegungen um 1900 zum utopischen Laboratorium für das meist dem Mittelstand entstammende Reform-Ich auf der Suche nach radikaler Gesundheit, suchtfreiem Dasein, privilegierter Erkenntnis. Erich Mühsam träumte hier von einer Kommune für Lumpenproletarier und wollte Ascona zu einer Zufluchtsstätte machen für "entlassene und entwichene Strafgefangene, für verfolgte Heimatlose, für all diejenigen die als Opfer der bestehenden Zustände gehetzt, gemartert, steuerlos treiben, und die doch die Sehnsucht noch nicht eingebüsst haben, unter Mitmenschen, die sie als Mitmenschen achten, menschenwürdig zu Leben." Die Vegetarier beschrieb er als "ethische Wegelagerer", was ihn nicht daran hinderte mit ihnen freundlich zu verkehren. ---- LITERATUR: * Adolf Portmann (Hrg.): Vom Sinn der Utopie. Eranos-Jahrbuch 1963, Zürich 1964 * Friedrich Glauser: DADA, Ascona und andere Erinnerungen, Zürich 1976 * Ida Hofmann-Oedenkoven: Monte Verità - Wahrheit ohne Dichtung, Lorch 1906 * M von der Heydt et al.: Ascona und sein Berg Monte Verità, Zürich 1979 * R. Landmann: Ascona - Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies, Frankfurt/M 1988 *Erich Mühsam: Ascona. Eine Broschüre. Bericht über ein alternatives Leben 1905 auf dem Monte Verità, Berlin 1982 *Erich Mühsam: Namen und Menschen. Unpolitische Erinnerungen, Berlin 1977 *Franziska Gräfin zu Reventlow: Der Geldkomplex, Frankfurt/Main 1987 *J. Serke: Die verbrannten Dichter, Frankfurt/Main 1980 *Harald Szemann (Hrg.): Monte Verità. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topographie. Katalog zur Ausstellung *Martin Green: Mountain of Truth - the Counterculture begins, Ascona 1900 - 1920, Hanover/Massachusetts Changed lines 1-68 from:
----- Der Monte Verita ist eine Art Vorzeigeobjekt wenn es um die Lebensreformbewegungen geht. Hier hat man die Reformer, die Boheme, die Kapitalisten, die Modernen, die Esoteriker ... alle Spinner ganz praktisch unter einem Dach. Doch soll Monte Verita nicht zu einem Synonym für Lebensreform werden. Für die Lebensreformbewegungen war Monte Verita ein wichtiger Auslöser oder Verstärker von vielen, darüber hinaus aber sicher der wichtigste Netzknoten, Ort des Austausches und Kennenlernens. Trotz dieser wichtigen Funktion bildete Monte Verita keine spezifische Ideologie heraus (siehe AMountainForMinorities), stellte keine "Herrschaftsansprüche" und hierarchisierte seinen Einfluss nicht. Hier trafen unterschiedlicher Ansätze aufeinander, es blieb ein offenes Experimentier- und Streitfeld. Man könnte dies auch auf ein Scheitern der ursprünglichen Pläne zurückführen oder hippieske Laxheit nennen. Die eigentliche Gründungsphase des Monteverita von der alle weiteren Impulse ausgingen war sehr kurz. Die Gründergruppe löste sich sehr schnell auf, Fundis wie GustoGraeser schieden sofort wieder im Streit, selbst die Realos machten es nicht lange. Erst relativ spät, in der zweiten oder dritten Phase wurde der Berg der Wahrheit zu einem "Mekka" der europäischen Bohéme - hier beginnt die Liste fürs Namedropping. Monte Veriá als Künstlertreff hat seine Gründe -neben dem beständig warmen Wetter und der schönen Aussicht- im ersten und zweiten Weltkrieg wie auch im Scheitern der Räterevolutionen in Deutschland. Hier verschiedene Links Als Intro eignen sich: * ein schöner Artikel von Heidi Paris and Peter Gente, publiziert in Semiotext(e), The German Issue: AMountainForMinorities (engl.) * ein Artikel aus der TAZ, Geschichte kompakt nacherzählt: [[MonteParadisBoheme |MonteTAZ]] * ..und eine kurze Übersicht von Christine Eggenberg MonteSublimeExalted (engl. & dtsch.) * ein längerer Artikel über den Ausgangspunkt der Lebensreformbewegungen und die Architektur der Moderne in der Verbreitung der TBC und den dagegen verordneten Sonnenbädern: MonteAschenbeck * Die FAZ mit einem Anflug von Kulturpessimismus (immer noch!): Monte Verita verführt das Jahrhundert! MonteRietzschel *einige Überblicke MonteTimeline Zeitzeugen immer am besten: * Aus dem Kuriositäten=Kabinett Emil Szittyas : Die Affen rasen durch den Wald : MonteSzittya * Oskar Maria Graf über sein treffen mit Kropotkin auf dem Monte: VeritaGrafKropotkin * Jonny Rieger gibt uns einen längeren Bericht über die Geschichte des Monte Verita, er spricht mit Baron von der Heydt und Carlo Vester MonteRieger in English: MonteSublimeExalted / AMountainForMinorities GustoGraeser | KarlGraeser | OttoGross | FranziskaVonReventlow | NeueGemeinschaft (Friedrichshagener Dichterkreis, die Brüder Heinrich und Julius Hart) | ---- Krankheit ist ein Motor für Veränderungen. In den Biographien bedeutender Reformer oder Revolutionäre bildet sie oft das Kippmoment vom normalen angepassten Leben hin zu Wagnissen und Experimenten. Die Kur, fern allem höllischen Getriebe und den Übelständen der Städte, diente der Initiation. Recht Schreib Reform, freie Libe, vegetarische Ehen, Reformkleider, Sonnenkult, Nudismus theosophischer Okkultismus, tolstoianischer Pazifismus, Anarchismus. Begegnungen der "dritten Art", mit Landstreichern, Artisten, religiösen Wahnsinnigen. Die Siedlung wird besonders in den Fluchtbewegungen um 1900 zum utopischen Laboratorium für das meist dem Mittelstand entstammende Reform-Ich auf der Suche nach radikaler Gesundheit, suchtfreiem Dasein, privilegierter Erkenntnis. Erich Mühsam träumte hier von einer Kommune für Lumpenproletarier und wollte Ascona zu einer Zufluchtsstätte machen für "entlassene und entwichene Strafgefangene, für verfolgte Heimatlose, für all diejenigen die als Opfer der bestehenden Zustände gehetzt, gemartert, steuerlos treiben, und die doch die Sehnsucht noch nicht eingebüsst haben, unter Mitmenschen, die sie als Mitmenschen achten, menschenwürdig zu Leben." Die Vegetarier beschrieb er als "ethische Wegelagerer", was ihn nicht daran hinderte mit ihnen freundlich zu verkehren. ---- LITERATUR: * Adolf Portmann (Hrg.): Vom Sinn der Utopie. Eranos-Jahrbuch 1963, Zürich 1964 * Friedrich Glauser: DADA, Ascona und andere Erinnerungen, Zürich 1976 * Ida Hofmann-Oedenkoven: Monte Verità - Wahrheit ohne Dichtung, Lorch 1906 * M von der Heydt et al.: Ascona und sein Berg Monte Verità, Zürich 1979 * R. Landmann: Ascona - Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies, Frankfurt/M 1988 *Erich Mühsam: Ascona. Eine Broschüre. Bericht über ein alternatives Leben 1905 auf dem Monte Verità, Berlin 1982 *Erich Mühsam: Namen und Menschen. Unpolitische Erinnerungen, Berlin 1977 *Franziska Gräfin zu Reventlow: Der Geldkomplex, Frankfurt/Main 1987 *J. Serke: Die verbrannten Dichter, Frankfurt/Main 1980 *Harald Szemann (Hrg.): Monte Verità. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topographie. Katalog zur Ausstellung *Martin Green: Mountain of Truth - the Counterculture begins, Ascona 1900 - 1920, Hanover/Massachusetts to:
ʱÉÐ³äÆøÇ§½ï¶¥Ê¹Ó÷½Ê½´òÆÆÁ˳£¹æµÄҺѹʽǧ½ï¶¥·³Ëö£¬ÎÒÃÇÊÇÉú úǧ½ï¶¥µÄÆóÒµ¡£ Changed line 30 from:
GustoGraeser | KarlGraeser | OttoGross | FranziskaVonReventlow | to:
GustoGraeser | KarlGraeser | OttoGross | FranziskaVonReventlow | NeueGemeinschaft (Friedrichshagener Dichterkreis, die Brüder Heinrich und Julius Hart) | |