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snippets, kurze zitate, aphorismen, satz- und auch schiefe denkbausteine:

Hodes beobachtete, dass Konflikt und Misshandlung in eins geworfen werden. Für Hodes ist ein Konflikt ein Machtkampf, während es bei Misshandlung darum geht, Macht über jemanden auszuüben. Wenn dir etwas geschieht, was du nicht verursacht hast und was du nicht kontrollieren kannst, dann ist das Misshandlung. Wenn du selbst Teil des Problems bist, dann ist das ein Konflikt. Sie sagt, dass wir in einer Situation sind, in der die Menschen reflexhaft ihr Leiden übertreiben und alles, was als Widerspruch wahrgenommen wird, sofort mit einer Unschuldsbehauptung beantworten anstatt mit einer Bereitschaft zur Auseinandersetzung. Wenn man nicht vollkommen und 100 Prozent unschuldig ist, verdient man in unserer gegenwärtigen Kultur kein Mitgefühl. (...) Texte zur Kunst: 100-prozentige Unschuld bedeutet aber auch 100-prozentige Machtlosigkeit, oder? Das wäre dann auch ein Problem. Schulman: Ja. In einer gesunden Situation würde man sich freuen, wenn man versteht, dass und wie man Teil des Problems ist, denn das würde bedeuten, dass man auch in der Lage ist, es zu lösen. Heute darf man aber nicht so tun, als hätte man dazu die Macht. Denn dann bekommt man keine Unterstützung mehr von den Menschen, die einen umgeben. tzk

über Erich Mühsam Tagebücher: Die Aufzeichnungen gewähren Einblick in das Leben der Münchner Boheme, die Suche nach Publikationsorten und Geldquellen. Aber auch in eine mehr oder weniger funktionierende Gemeinschaft aus Künstlern und Lebenskünstlern, ihre Auseinandersetzung mit der Zensur und dem Konservativismus des Kaiserreichs, in eine gelebte antibürgerliche, antinationale Utopie.

Voltaire: "Von Gestalten wie Diderot und dem frühen Voltaire ermutigt, lässt sich der Vorwurf, jede Kritik an politisch korrekten Positionen sei 'anti-aufklärerisch', mit einer kontrapunktischen Konzeption von Aufklärung kontern. Unter der Annahme unaufhebbarer Komplexität und Kontingenz der Welt bleibt diese Konzeption vor allem skeptisch gegenüber allen sich als a priori 'richtig' präsentierenden Lösungen, Anleitungen und Imperativen. Ansätze zur Orientierung in konkreten Situationen mit ihren jeweiligen Problemen gewinnt die andere Aufklärung aus der Bereitschaft, sich über Unterschiede des Urteilens wie des Erfahrens zu verständigen. Dabei entsteht eine intellektuelle Kraft, die es sich leisten kann, Widersprüche wahrzunehmen und an Rückschlägen zu arbeiten - statt sich mit moralischer Selbstgerechtigkeit und kollektiven Fortschrittsversprechen selbst zu blenden."

Andrea Böhm rät mit betroffenen Frauen zu sprechen: "Wenn ich in meinen Jahren in Nahost eines begriffen habe, dann, dass der Hidschab alles Mögliche sein kann: Symbol einer Islamisierung; Distanzierung vom westlichen Kommerz-Kult um einen sexualisierten weiblichen Körper; Gehorsam gegenüber einem konservativen Elternhaus; taktisches Zugeständnis, um sich in einer aggressiv frauenfeindlichen Öffentlichkeit freier bewegen zu können. Oder Symbol der Wut auf das eigene, vermeintlich säkulare Regime, das seine Repression als 'Kampf gegen den Islamismus' verkauft."

Konservatismus setzt auf behutsamen Wandel, auf Institutionen, auf das Bekannte, nicht auf das Hinwegwischen des Alten, hat Jonathan Freedland bei Edmund Burke und Michael Oakeshott gelernt. Weswegen er jetzt im Guardian zu dem Schluss kommt, dass Britannien eigentlich keine konservative Partei mehr hat: "Stattdessen gibt es auf der Rechten zwei revolutionäre Parteien, die sich fest einem nationalistischen oder populistischen Weg verschrieben haben. Aber das ist dezidiert nicht konservativ. Jetzt sind sie in einem Kampf gefangen, der die ältere, größere Partei immer weiter von den Werten entfernt, die sie eigentlich vorgeben soll."

"Kanzler Sebastian Kurz spekuliert also darauf, für die eigene Verantwortungslosigkeit auch noch belohnt zu werden. Denn er trägt die Schuld daran, die FPÖ salonfähig gemacht zu haben. Sollte es sein Ziel gewesen sein, die Rechtspopulisten zu zähmen, indem er sie in Verantwortung einbindet, so ist das krachend misslungen. Deutlich geworden ist vielmehr, wie ansteckend der Virus des Populismus ist. Seine Koalition war auch Komplizenschaft." -Peter Münch-

'Das Theater ist Ort der Metamorphosen, nicht Zuflucht der Identitäten. Sich als jemand anders fühlen als man selbst, durch Personen, Geschichten, und sich so mit der Menschheit verbinden.' Der Schauspieler spielt auf einer Bühne, dass er jemand anderes sei, vor einem Publikum, das ihn spielerisch als jemand anderen sehen will.

"Sich diskriminiert fühlen und diskriminiert werden sind sehr verschiedene Dinge. Rassismus ist Alltag, die Benachteiligung Ostdeutscher ist sozial - also nicht so unveränderlich wie Hautfarbe oder Name bei Migranten. Aber auch Migranten und antirassistische Gruppen machen die Identitätsreiterei mit. Wenn ihr Ziel nicht in der Idee von Gleichwertigkeit liegt, bei der jede Abwertung geächtet wird, also die von Migranten ebenso wie die durch Migranten, dann finde ich sie ebenso nervend wie fehlgeleitet." -Anetta Kahane-

Nassehi benennt die konfliktuelle Komplizenschaft zwischen rechten und linken Identitätsdiskursen: "In diesem Kulturkampf kann es weder Sieger noch einen Ausweg geben, weil sich die Identitäten gegenseitig bestätigen, ja voneinander leben."

"Gute Nachrichten, Amerika. Russland hat eurem Präsidenten ins Amt geholfen. Aber obwohl er seinen Job im wesentlichen dieser Hilfe verdankt, hat sich der Präsident mit seinen Helfern nicht verschworen oder mit ihnen zusammengearbeitet. Er war Profiteur der Geheimdienstoperation einer fremden Macht, aber kein aktiver Teil dieser Operation. Er bekam Diebesgut, aber hat sich mit den Dieben nicht im voraus abgesprochen. Dies ist, was Donald Trumps Regierung und ihre Komplizen im Kongress und die Medien Freispruch nennen." -David Frum-

"Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied" "Doch, doch", ruft das Känguru, "die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine" -Marc Uwe Kling-

Hass wird oft die Stufe vor der motorischen Aktion genannt, bevor man auf jemanden losgeht. Das ist ungenau, es handelt sich eigentlich um eine Art halluzinativen Zustand. Die Gewaltakte, ob gegen Frauen oder Männer, vollziehen sich in einer Art Nebel. Die Wirklichkeitsauffassung des Fragmentkörpers grenzt immer ans Halluzinatorische. Daraus resultieren dann all die Vorwürfe gegenüber „Flüchtlingen“, die in den meisten Fällen rein ausgedacht sind. -klaus theweleit-

In der FAZ beklagt Dietmar Dath daher den Zustand einer Musik-, Pop-, aber auch jeder anderen Kunstkritik, die sich angesichts der Herausforderung der Digitalisierung der Künste auf bloße Geschmacksregungen zurückzieht oder essenzialistische Authentizität (etwa "Lunge und Stimmbänder" im Kontrast zu rein digitalen Stimmen) zum Kriterium erhebt. "Was stattdessen nötig wäre, und zwar bei der Edelkunstkritik wie beim Schreiben über Popmusik oder Serienstreams, ist ein Begriff von Vermittlung, der weder medienökologisch noch didaktisch denkt, sondern die technische Gemachtheit der Künste mit ihrer sozialen abgleichen kann, statt beide im Kopf ineinander kollabieren zu lassen."

"Wir haben hier seit 14 Jahren eine konservativ geführte Regierung. Aber wir haben keinen Konservatismus mehr, der aus einem bestimmten 'Wir'-Bedarf heraus denkt und daraus eine Welt konstruiert. Wir haben stattdessen nur diese verrückte Rechte, die im Zweifelsfall rassistisch ist. Und das ist das Problem: Die Konservativen haben es aufgegeben, einen in sich schlüssigen Gesellschaftsentwurf überhaupt nur zu denken. Deshalb ist das Wir von rechts nur reaktiv und regressiv." -Heinz Bude-

Meine Generation erlebt erstmals, dass ein Teil der Linken an der Seite der extremen Rechten demonstriert. Endlich verschaffen sich die Landbevölkerung, das Prekariat und die geopferte Mittelschicht Gehör. Aber Sorge macht, dass die extreme Rechte seit 15 Jahren enge Bande zu Hochfinanz, Polizei und hohen Funktionären pflegt. Die Linke hat kein vergleichbares Netz, und die Rechte ist bereit, die Macht an sich zu reißen. Man erinnert sich, dass sich das französische Großbürgertum 1936 entschied, Hitler zu unterstützen; und es sieht aus, als würde es wieder so wählen. Die Börse kann sich mit repressiven Regimes der extremen Rechten arrangieren, während sie die Restriktionen, die ihr die Linke auferlegen würde, nicht erträgt. Virginie Despentes

Mit der Provenienzforschung in ethnologischen Museen soll nur Zeit geschunden werden, glaubt in der SZ der Hamburger Globalhistoriker Jürgen Zimmerer, für den alle während des Kolonialismus erworbene Kunst Raubkunst ist - bis zum Beweis des Gegenteils: "Für den Umgang mit kolonialen Sammlungen bedeutet dies, dass die Beweislast umgekehrt werden muss, ein Objekt sollte also als unrechtmäßig erworben gelten, bis das Gegenteil erwiesen wird. Die gängige Annahme, alles sei rechtmäßig erworben, bis das Gegenteil erwiesen ist, schreibt dagegen die koloniale Rechtfertigungslogiken fort, zumal die Dokumentation fast vollständig aus der Feder der Kolonisierenden stammt."

„Faschismus kann definiert werden als eine Form des politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion verfolgt.“ Robert O. Paxton

"Faschismus ist eine Form rechtsextremer Ideologie, die die Nation oder Rasse als organische Gemeinschaft, die alle anderen Loyalitäten übersteigt, verherrlicht. Er betont einen Mythos von nationaler oder rassischer Wiedergeburt nach einer Periode des Niedergangs und Zerfalls. Zu diesem Zweck ruft Faschismus nach einer ‚spirituellen Revolution‘ gegen Zeichen des moralischen Niedergangs wie Individualismus und Materialismus und zielt darauf, die organische Gemeinschaft von 'andersartigen' Kräften und Gruppen, die sie bedrohen, zu reinigen. Faschismus tendiert dazu, Männlichkeit, Jugend, mystische Einheit und die regenerative Kraft von Gewalt zu verherrlichen. Oft – aber nicht immer – unterstützt er Lehren rassischer Überlegenheit, ethnische Verfolgung, imperialistische Ausdehnung und Völkermord. Faschismus kann gleichzeitig eine Form von Internationalismus annehmen, die entweder auf rassischer oder ideologischer Solidarität über nationale Grenzen hinweg beruht. Normalerweise verschreibt sich Faschismus offener männlicher Vorherrschaft, obwohl er manchmal auch weibliche Solidarität und neue Möglichkeiten für Frauen einer privilegierten Nation oder Rasse unterstützen kann.“ Matthew Lyons

"Intellektuell kommt von rechts nichts, was der Rede wert wäre. Keine Idee, kein Problembewusstsein, keine Analyse. Keine Schärfe, weder im Schreiben noch im Auftreten. Nur das nebulöse Gerede von der Bedrohung des eigenen Volks, dessen Existenz so heiß empfunden wie lau benannt wird, und die strategische Absicht, den Diskurs zu kapern. Der Wille zur Krise. Um erfolgreich zu sein, brauchen sie uns. Wir Nicht-Rechten sind es, die ihnen unfreiwillig zu Kontur verhelfen, weil wir sie andauernd schärfer machen, als sie sind." Per Leo, Mitautor des Buchs "Mit Rechten reden"

Tom Holert: "Pop-Musikkritik ist wohl dann am wirksamsten, wenn es ihr gelingt, Teil einer sozialen Praxis und kulturellen Produktion zu sein, die sich den kapitalistischen Verwertungsprozessen weitgehend entziehen, ohne deren Realität als Umwelt von Pop-Musik romantizistisch zu verleugnen. Das heißt: wenn sie nicht nur über die Phänomene berichtet, sondern mit ihnen argumentiert - und wenn im Zuge solcher militanten kritischen Poesie und Forschung neue Formen des miteinander Denkens, des Hörens und Tanzens, des Organisierens und Zusammenlebens entstehen."

Das ‚Vergnügen‘, das nach alter Lehre die Betrachtung eines Kunstwerks bereitet, enthält immer auch ein Moment der Schadenfreude, ja des Spottes über die vergeblichen Bemühungen um einen vernünftigen Zugang zur Welt.“ – Niklas Luhmann: Die Kunst der Gesellschaft (1995)

Sorokin über die Stagnation unter Wladimir Putin und die gelähmte Opposition: "Die Herrschenden tun alles, um ihre Gegner zu erschrecken. Es gibt fast eine Art Paranoia der Mächtigen, eine hysterische Angst vor jeglicher Opposition. Umgekehrt nimmt die Ermüdung der Bevölkerung stetig zu. Das hat vor allem ökonomische Gründe. Es ist wie ein chemischer Prozess: Wenn sich ein Gemenge immer weiter verdichtet, dann kann daraus ein Kristall des Protests entstehen."

Gramsci lag richtig, als er schrieb, dass politische Fragen unlösbar werden, wenn „sie sich als kulturelle verkleiden“.

"Zöge die Af D? in der nächsten Legislaturperiode erneut in den Bundestag ein, was nach jetzigem Stand wohl niemand bezweifeln dürfte, erhielte die rechtspopulistische Partei einen Anspruch auf jährlich rund 70 Millionen Euro für die Stiftungsförderung. Das geht aus dem 'Gleichheitssatz' eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts von 1986 hervor." (Jonas Weyrosta in der taz: Historiker und Gedenkstättenleiter fordern Innenminister Horst Seehofer auf, die kommende Parteistiftung der Af D? wegen geschichtsrevisionistischer Äußerungen in der Partei auf ihre Rechtsstaatlichkeit zu prüfen und möglicherweise nicht zulassen)

"Was nach einer juristischen Spitzfindigkeit klingt, ist tatsächlich eine ganz elementare Unterscheidung. Grundrechte sind seit jeher Abwehrrechte gegen staatliche Eingriffe und sollen als Ausgleich dafür wirken, dass dem Staat im Rahmen demokratischer Wahlen immense Macht anvertraut wird: Das absolute Gewaltmonopol. Das Grundgesetz verpflichtet die so gewählte Staatsgewalt im Gegenzug dazu, sich stets dafür zu rechtfertigen, wenn sie die ihr verliehene Macht zulasten der Menschen ausübt." Das heißt nicht, dass Facebook nicht zur Einhaltung von Meinungsfreiheit gerichtlich gezwungen werden kann - denn diese garantiert Facebook in seinen AGB. (Malte Engeler Netzpolitik Facebook)

"Zum Beispiel wenn ein zweijähriges Mädchen sehr stolz sagt: 'Ich habe die Banane ausgezogen!' Man sieht, dass sie eine süße und sehr gute Analogie gemacht hat. In der Vergangenheit hat sie ihre Puppe ausgezogen und ist sie von ihrer Mutter ausgezogen worden. Sie weiß also sehr genau, was sie unter 'ausziehen' zu verstehen hat. Und wenn sie sieht, was sie selbst bei der Banane macht, erkennt sie, dass das etwas Vertrautes und Ähnliches ist. Die Auswahl jedes Wortes hängt mit einer Analogie zusammen." (Douglas Hofstadte, Kognitionswissenschaftler )

"Im Kern der Polarisierung steht nach Ansicht von Politikwissenschaftlern, Psychologen und Ministern die revolutionäre Natur der Brexit-Abstimmung selbst. Wie jede Revolution entwickelt Brexit eine eigene Dynamik, denn diejenigen, die diese Revolution betrieben haben, suchen immer radikalere Lösungen, um Ziele zu erreichen, die über das Verlassen der EU hinausgehen. Im Grunde genommen, so sagen sie, ist Brexit ein Instrument, um tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft herbeizuführen, die der chaotische Charakter der Verhandlungen aber nicht liefern zu können scheint." (Mc Tague? Boris Johnson "No-Deal-Jakobiner" Brexit)

"Immer niedriger sinkt die Schwelle zum sanktionsbedürftigen Verhalten und zum skandalösen Sprachgebrauch. Auf einmal versündigt sich schon, wer 'Flüchtlinge' statt 'Geflüchtete' sagt. Man maßt sich an, als Stimme der unterstellt Erniedrigten zu sprechen, um milieukonform um moralische Distinktionsgewinne zu rivalisieren. Es stellt sich ein, was René Girard mimetische Rivalität genannt hat. Man steckt sich gegenseitig mit seiner Erregung an. Bald eskaliert der Konflikt und heischt Sündenböcke, Opfer, denen das sonst allerorten geforderte Opferprestige verweigert wird. Kommt doch schon die Anklage dem Schuldspruch gleich und mündet in die soziale Ächtung." (Uwe C. Steiner, NZZ)

"Wir leben in einer Zeit der Hypermedialität, in der das Mediensystem wie eine gigantische Echokammer wirkt. In dieser Kammer werden alle Hässlichkeiten und Provokationen immer weiter verstärkt. Das wirkt wie eine Entzündung in der Gesellschaft, eine Hysterisierung der öffentlichen Meinung. Der Rechtspopulismus nutzt diesen Echo-Effekt, um die Aufmerksamkeiten zu verschieben. Und so werden die wirklichen Zukunftsthemen an den Rand gedrängt." (Matthias Horx, sz)

"Wer den Fortschritt analysieren will, muss auch die Unfälle verstehen, die er ausgelöst hat, fand Virilio, und hatte auch dafür einen griffigen Slogan: 'Die Erfindung des Autos war auch die Erfindung des Autounfalls.'" (Baumgärtel über Paul Virilio, taz )

"Der 'reine Krieg' ist einer, der nicht mehr endet und der letztlich in den beschleunigten Informationsmedien, die immer auch Kriegsmedien sind, fortgeführt wird. So ging der Virilio-Sound in jener Zeit, und er löste eine neue Lust an der Theorie aus, die nicht auf Begriff und Definition versessen war, sondern auf Assoziationsreichtum und intellektuelle Sprunghaftigkeit setzte." Harry Nutt, BZ)

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